Eine Frage ist ein Wortgefüge mit einer Leerstelle, die darauf wartet, mit einer Antwort ausgefüllt zu werden. Wie weit eine Frage brisant, peinlich, intim oder belanglos ist, bestimmen die Wörter, die diese leere Stelle mit Leben und Bedeutung füllen.
Quizoola! ist im Juni und Juli 2017 in der Kammer des Theaters Aachen zu sehen.

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„Ute, Lappen, DÜSSELDORF!“ Eigentlich ist ja jeder selbst schuld, der sich freiwillig eine Show der drei Hamburger Profi-Torfnasen Schamoni, Strunk und Palminger antut, man kann also kaum Mitleid erwarten – und Unwissenheit schützt auch hier definitiv vor geistiger Verkümmerung nicht. Also Schluss mit dem Gejammer und von vorn: Wer oder was ist Studio Braun? Gute …

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30 Jahre Das Da Theater

„Entweder kommen die Menschen, weil sie uns mögen, oder sie kommen nicht, weil sie uns nicht mögen. Das ist völlig in Ordnung“, sagt Tom Hirtz, Gründer, Regisseur, Intendant und Geschäftsführer des Das Da Theaters.

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Ein furioser Abschied des Generalmusikdirektors Kazem Abdullah! Sinnlich bis schillernd und mit viel Lässigkeit manövriert er das Orchester über die hohen Wogen dieser Straussʼschen Chimäre. In „Ariadne auf Naxos“ lässt Richard Strauss zwei Rivalen aufeinanderprallen, um sie in höchster Vollendung zu vereinen – die erhabene Opera seria und die komische, oft vulgäre buffa. Kazem Abdullah …

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Der 1903 geschriebene „Kirschgarten“ ist das letzte der großen Dramen von Anton Tschechow, deren eminente Bedeutung für die Theatergeschichte mit den Dramen Shakespeares vergleichbar ist. Wie immer bei Tschechow sind die Protagonisten wie gelähmt vom damals en voguen Ennui – der melancholisch gefärbten Langeweile der Reichen und Schönen.

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Nach dem ich eine gefühlte Ewigkeit das weiße Blatt auf meinem virtuellen Schreibtisch gedankenverloren angestarrt und die Spiegelung der Außenwelt sowie das Blinken des Eingabezeigers eingehend analysiert habe, sollte ich doch langsam mit der Rezension beginnen. Die Schwierigkeit ist, dieser Text darf, kann keine ordentliche Rezension werden, denn was sollten die Zuschauer erfahren, sei es auch nur einen kleinen Hinweis oder eine Warnung, wenn nicht einmal der vortragende Schauspieler weiß, was auf ihn zukommt.

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Sie wollen Holly Golightly kennenlernen? Dann gehen Sie nicht in den Film mit Audrey Hepburn. Truman Capote hat ihn gehasst und vor allem wollte er als Leading Lady nicht die Hepburn, sondern die Monroe. Diese Maßnahme hätte nicht nur den vom Autor gewünschten Hormoncocktail aus Champagner, Amphetamin und einem Hauch naturbeschwipster Nymphomanie ins Spiel gebracht, sondern auch die Tragik seiner Figur, „die kurz in der Zeitung stehen wird, wenn sie am Grunde eines Röhrchens Veronal ihr Ende gefunden hat“.

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Aus dieser Schublade kommt er nicht mehr raus: Thomas Adès mag den Olymp der zeitgenössischen Musik schon zigfach erklommen haben (hat er), er mag Wunderkind gewesen sein, wie er will (ist er; die Oper, um die es hier geht, hat er mit gerade mal 24 geschrieben), sein Leben lang wird es aber Thomas Adès’ Markenzeichen bleiben, den ersten Blowjob der Operngeschichte vertont zu haben.

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Das Erstaunliche an Anne Franks Tagebüchern ist, dass sie trotz aller Schrecknisse unglaublich leichtfüßig, humorig und einfühlsam geschrieben sind.
Ähnlich verhält es sich auch mit den Kakophonien zeitgenössischer Musik. Die vermeintliche Zumutung, aus den Wohlfühlzonen vertrauter Harmoniewelten vertrieben zu werden, wird durch einen beträchtlichen Zugewinn an Freiheit, Abenteuer und musikalischen Erlebnisräumen mehr als ausgeglichen – oder wie es Arnold Schönberg sagte: „Ich fühle Luft von anderen Planeten.“

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Viele Geschichten ranken sich um das Aachener Wasser, heitere und düstere, von Geheimnissen gewürzte kleine Anekdoten, die das unterirdische Kleinod der Kaiserstadt in mitunter mystische Tiefen reißen.
Die Künstler rund um das Theater K, das die Heimatlosigkeit in neue künstlerische Höhen erhob, reihen sich in die lange Liste der Barden, die das feuchte Element – nicht nur das Aachener, wohlgemerkt – seit vielen Jahrhunderten so bewundernswert beseelt lobpreise.

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Erst sind die Lücken winzig klein, im Kopf, mit dem Auge kaum wahrnehmbar, bis sie sich schwarze Löcher gleich ausdehnen und alles Leben um einen herum verschlingen.
Wir blicken mit Entsetzen und Mitleid auf dieses langsame, aber stetige Abgleiten ins Dunkle, aus dem es kein Entkommen gibt, auf diese Krankheit, die nach Alois Alzheimer benannt wurde.

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