Jugendbildungcamp nach langem Tauziehen als Versammlung zugelassen

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Die wunderbare Filmwelt des Bruno Sukrow Bruno Sukrow wurde 1927 in Berlin geboren und lebte die meiste Zeit seines Lebens als Maschinenschlosser in Stolberg. Nach dem Tode seiner Frau begann er im Jahre 2010 mit dem iClone-Programm, dessen Figuren an „Second Life“ erinnern, animierte Filme am Computer herzustellen. Dabei ließ er sich von Pulp-Romanen und …

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Der AVV bringt mich für acht Euro und ein paar Gequetschte nach Geilenkirchen, wo ich Selfkantkenner Thomas K. treffe. Von der Bahn gehtʼs aufs Rad und in Richtung Nordwesten. Thomas hat die Tour im Groben vorher festgelegt und 40 Kilometer veranschlagt. Sportlich bei 28 Grad Hitze, aber was tut man nicht alles. Der Start ist unentspannt, denn wir müssen erst mal bergan, um aus dem Loch, in dem die Wurm-Metropole liegt, herauszukommen. Spätestens ab Gillrath aber ist die Landschaft flach wie ein Bügelbrett. Dort wartet eine der echten Attraktionen auf uns, die der Selfkant zu bieten hat: einer der beiden Endbahnhöfe der heutigen Selfkantbahn.

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Eins mal vorweg: Ich wollte nicht nach Mariaweiler. Aber ich war dort. Wohin ich wollte, das war Morschenich. Dort bin ich allerdings nicht gewesen. Und das kam so.
Oder sollte ich erst einmal erzählen, warum ich nach Morschenich wollte? Ich hatte mir gedacht, ich könnte meinen Ausflug zu einer Endstation des AVV nutzen, um in diesem kleinen Ort vorbeizuschauen, der dem Tagebau Hambach zum Opfer fallen soll. Ich wollte mir ein Bild davon machen, ob bereits alle Menschen umgesiedelt wurden und vielleicht auch noch einmal beim Hambacher Forst vorbeigehen. Ich hatte jedoch nicht geahnt, dass diese Endstation so weit am Ende liegt, dass sie dank meiner Planungsinkompetenz, was Reisen anbelangt (ja, 38 Kilometer sind eine „Reise“), für mich an diesem Samstag unerreichbar bleiben sollte.
Und das kam so.

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Für das Daytripper-Spezial „Endstationen im AVV“ habe ich mir eine hübsche Endhaltestelle östlich von Aachen ausgesucht. Sie trägt den etwas morbide klingenden Namen Schevenhütte Helenasruh, und die Linie 1, die an Wochentagen stündlich und an Wochenenden zweistündlich zwischen Lintert und Schevenhütte verkehrt, bringt mich für schlanke 3,60 Euro hin. Vom Bushof aus dauert die Fahrt nominell eine Stunde und zehn Minuten, also besser vorher nochmal Pipi machen.

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Etienne Vercouter aus Brüssel sammelt Postkarten mit Architekturaufnahmen von Ferieneinrichtungen, Kinderheimen, Krankenhäusern, Sanatorien, Hotels und Schwimmbädern. Viele der Gebäude existieren heute nicht mehr. Über 1.000 Motive von rund 40 Locations haben mittlerweile den Weg auf seine Website „Back in Time“ gefunden, die er seit 2008 betreibt. Eine beeindruckende Bildersammlung von Bauten, die größtenteils in den 1930er bis 1950er Jahren entstanden sind. Wir haben mit Etienne über seine Motivation, Architekturstile und die Rückseiten der Karten gesprochen.

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Ein Ausstellungsbesuch ist an sich immer schon eine Anregung für die Sinne, aber die Sichtung des dazugehörigen Büchertischs ist in vielen Fällen ein Augenschmaus für sich. Die ergänzenden Titel zu „Mythos Tour de France“ im kleinen, aber feinen Kunstbuch-Shop des NRW-Forums bieten eine spannende Auswahl an Werken zum Thema (Fahrrad-)Fahren. Zu nennen wäre das Magazin „Curves“ (nein, nicht was man unwillkürlich denkt, sondern Aufnahmen von Bergpässen und Kurven mit Roadmovie-Geschichten), der Bildband „Mountains“ mit fantastischen Fotos des Fotografen Michael Blann oder das „Cycling Scrapbook“ des Designers und passionierten Radfans Paul Smith, dessen eigene Rennfahrerkarriere im Alter von 17 Jahren durch einen schweren Unfall beendet wurde.

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Als sie gefoltert wurde, gab sie sich besonders störrisch und bereitete den Folterknechten „viel Mühe“. Vermutlich, weil sie – der schwarzen Magie angeklagt – nicht gestehen wollte, wurde sie bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Rede ist von einem namenlosen 13-jährigen Mädchen, das in Aachen 1649 als letzte Hexe auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Was sie verbrochen hat und welchen Zauber sie vollzogen haben soll, ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass sie zu einer „vagabundierenden Sippschaft“ gehörte und „ruchlose Eltern“ hatte. Vielleicht ging es um Mord, vielleicht um den Verkauf von Zaubermitteln, vielleicht um die Angst vor Fremden.

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Es ist wie jedes Jahr: Kurz vor Beginn der Sommerferien sind viele Aachener immer noch unentschlossen, was die Wahl des Reiseziels angeht. Aus einem kaum zu überblickenden Angebot an Destinationen die passende rauszupicken, ist oft eine nervenzehrende Angelegenheit, und so finden sich die meisten schlussendlich doch wieder am Strand von Domburg, auf Mallorca oder in …

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Vom Laufrad zum Hightech-Sprinter: eine Miniaturgeschichte des Fahrrads Die Draisine War der indonesische Vulkan Tambora an der Erfindung des Fahrrads maßgeblich beteiligt, wenn nicht sogar der Auslöser? Gesichert ist jedenfalls, dass sich durch den massiven Ausbruch im Jahre 1815, bei dem rund 150 Kubikkilometer Staub und Asche in die Atmosphäre geschleudert wurden, das weltweite Klima …

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1. Theorie: In Aachen gibt es ein paar Enthusiasten, die sich dem Radfahren mit besonderer Note verschrieben haben. Sie nennen ihre Boliden Bikes und stecken viel Zeit und Liebe ins Customizing, sprich das Modifizieren ihrer Räder. Ich habe mich mit den Jungs und Mädels vom Raw Cruiser Rats B.C. Aachen im Homeburgers, dem Fast-Food-Franchise der …

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Die Tour de France startet dieses Jahr nach dreißig Jahren zum ersten Mal wieder in Deutschland, und dann auch noch in Düsseldorf, also gleich um die Ecke. Und das Beste: Am 2. Juli wird das Peloton voraussichtlich um 14:00 Uhr den Aachener Marktplatz passieren. Was liegt näher, als sich selbst aufs Rad zu setzen und einen Teil der Etappe abzufahren, zumal man das gut mit einem Tagesausflug in die Region verbinden kann? Die Idee klingt gut, bis ich an Fronleichnam unausgeschlafen, unvorbereitet und untrainiert um 10:29 Uhr am Marktplatz stehe und mir klar wird, dass bis nach Herve, meinem anvisierten Ziel, und zurück über 60 Kilometer vor mir liegen. Nicht nur meine Kondition, sondern auch meine Ausrüstung lassen zu wünschen übrig und mich beschleicht kurz die Ahnung, dass ich das alles bitter bereuen könnte.

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Am 2. Juli 2017 kommt sie auch nach Aachen – während der zweiten Etappe, die von Düsseldorf nach Lüttich führt. Ein kleiner Blick auf Geschichte und Zahlen.

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Gute, saubere und faire Lebensmittel aus der Region genießen und bekannt machen – das ist das Ziel von Slow Food. 1986 wurde die Initiative in Italien als Gegenpol zum immer populärer werdenden Fast Food ins Leben gerufen, 1992 entstand in Deutschland der erste Verein außerhalb Italiens. Inzwischen hat Slow Food Deutschland 14.000 Mitglieder, die Ortsgruppe Aachen zählt 100.
Jetzt läd die Gruppe zur Frittenrallye ein!

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Der Fahrradkurier 2.0: Warentransporte mit Logistikkonzepten und Elektromobilität
Kurierdienste per Fahrrad können auf eine Tradition zurückblicken. Um 1900 gehörten sie zum normalen Stadtbild, noch bevor Autos große Popularität erlangten. Heute erleben sie eine Renaissance. Wir sprachen mit Jörg Albrecht von CLAC über die neuen Ansätze seines Lieferdienstes und die Anforderungen der Zeit.

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Die Schenks sind alte Hasen, was die Teilnahme am Tag der offenen Gartentür angeht. Schon fast von Anfang an, also seit etwa zehn Jahren, sind sie ziemlich regelmäßig dabei. Die Reaktion der Besucher, die den Garten des Hauses Passstraße 78 betreten: sprachloses Staunen angesichts dieser Innenstadtoase, die man so hier nicht erwartet. Das gehe wirklich allen so, sagt Brigitte Schenk, die den Garten zusammen mit ihrem Mann Konrad angelegt hat.
Wir haben ihnen anlässlich der offenen Gartentür am 25. Juni 2017 einen Besuch abgestattet.

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Der Liedtext von ABBA bezieht sich auf ein geflügeltes Wort, das mit einer verlorenen Schlacht zu tun hat. „Waterloo“ steht allgemein für eine große Niederlage, seit Napoleon Bonapartes Truppen am 18. Juni 1815 nahe einem kleinen Dorf namens Waterloo in ihrer letzten Schlacht gegen eine Allianz aus Engländern, Preußen, Niederländern und noch ein paar anderen Verbündeten unterlagen. Im Zuge des Wiener Kongresses war die Neuordnung Europas zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossene Sache. Die Alliierten unter Wellington und Blücher bezwangen einen Napoleon, der nur noch ein Schatten seiner selbst war.

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Danyi und ein Dude erwarten mich am frühen Abend auf der Festerbank vor dem Ladenlokal Viktoriastraße 86. „Willst du ein Bier?“ – nein, ich bin ihm Dienst – aber es geht entspannt zu bei diesem Termin, das wird sofort klar. Für unser Gespräch nehmen wir in einem Tattoostudio Platz, das hinter „Shop the Gallery“ liegt, …

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Eigentlich hatte „Aachen Containert“ heute um 8 Uhr zum Protest gegen die angesetzte Gerichtsverhandlung gegen zwei Aachener aufgerufen, die Lebensmittel aus Supermarkt-Mülltonnen geholt haben sollen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete „schwerer Diebstahl“. Dann gestern Nachmittag die überraschende Nachricht: der Termin des Prozesses wurde abgesagt. Da dies vielleicht nicht alle Teilnehmer des ursprünglichen Protests mitbekommen hätten, …

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Der Sommer steht vor der Tür, es wird wärmer, die Tage werden länger. Deswegen wollen wir vom MOVIE, dem Magazin für Genuss und kultivierte Lebensart, ein paar ganz besondere Baustellen-Leckerbissen vorstellen. Von Profis aus einer schier unermesslichen Fülle an Angeboten ausgesucht haben wir wie immer vor, nur exzellente Qualität zu präsentieren. Unsere Auswahl – wie wir finden die Créme de la Créme:

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Nic (25) aus der Nähe von Düsseldorf ist in seiner Freizeit Fotograf, ein Urban Explorer. Er erkundet verlassene Orte, die man sonst im Alltag nicht zu Gesicht bekäme, wie alte Bahnhöfe, ehemalige Fabrikhallen, verwahrloste Krankenhäuser oder abgelegene Bunker. Das begeistert auch seine rund 138.000 Follower auf seiner Facebook-Seite „Die verlassenen Orte“. Anfang April hat er sie auf seine Reise in die Sperrzone Tschernobyl mitgenommen, an einen Ort, der seit der Nuklearkatastrophe am 26. April 1986 in Block 4 des dortigen Atomkraftwerks unbewohnbar ist und noch viele Jahrhunderte unbewohnbar bleiben wird.

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Offene Gesellschaft für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt „Wir haben einfach keine Zeit, immer nur dagegen zu sein“, lautet der Leitspruch der bürgerschaftlichen Initiative „Die offene Gesellschaft“, die sich in Berlin gebildet hat. Ziel ist es aktiv, überlegt und entschieden einzutreten für die Demokratie. Als sichtbare Aktion wurde die Dabattenreihe „Welches Land wollen wir sein“ initiert. …

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Nicht nur reden, sondern auch machen ist das Ziel der Mitglieder der Initiative „Das Wandelwerk“ in Aachen. Am 10. Mai 2017 hatte ich das Vergnügen, dem ersten offiziellen Stammtisch des Netzwerks der Veränderung im ersten zertifizierten Aachener Bio-Café Juli in der Sandkaulstraße beizuwohnen.
Hier trafen Menschen unterschiedlichen Alters aus verschiedensten Berufsgruppen, Lebensgemeinschaften und Gesellschaftsschichten aufeinander. Doch so vielfältig die einzelnen Teilnehmer sich präsentierten, ein gemeinsames Ziel verbindet sie alle. Es geht um die Antwort auf die Frage: Wie lässt sich eine nachhaltige Zukunft mit verschiedenen Ideen, Aktivitäten und bereits laufenden Projekten oder auch alternativen Geschäftsmodellen gemeinschaftlich gestalten?

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Die Geschichte von NeutralMoresnet, neu erzählt von David Van Reybrouck.
Von Neutral-Moresnet hat man als Aachener schon gehört oder gelesen. Für 103 Jahre (von 1816 bis 1919) existierte der 3,44 Quadratkilometer große Zwergstaat südwestlich von hier zwischen dem damaligen Preußen und den Niederlanden bzw. zwischen Preußen, den Niederlanden und Belgien, das 1830 seine Unabhängigkeit erlangte. Dort, wo auch heute drei Staatsgrenzen aufeinandertreffen – am Dreiländereck –, kam es 1815 im Zuge der Neuordnung der europäischen Grenzen durch den Wiener Kongress zu der wohl kuriosesten Staatsgründung Europas.

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Aachen ist natürlich der Nabel der Welt, und oft genug zieht man hier Vergleiche zu Berlin. Judith Schmitt, die im Organisationsteam von le bloc sitzt, gibt sich dagegen bescheiden, wenn sie Kölns größtes Mode- und Designfestival vorstellt. Am 10. Juni geht le bloc in die nächste Runde: 50 Shops, Labels, nationale und lokale Designer verwandeln das Belgische Viertel zwischen Aachener(!) und Venloer Straße in einen riesigen Pop-up-Store.

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„Beer Brothers“, das sind René und Helmut Schwichtenberg, Söhne des letzten Degraa-Braumeisters, aufgewachsen über und im kleinen Stehgraa und ihres Zeichens selber Braumeister mit Leib und Seele. Weil es Braumeister heutzutage in Deutschland schwer haben, hat es beide zunächst nach China verschlagen, denn die Chinesen erfreuen sich an deutscher Bierkultur und entfliehen in Bayrischer Brauhausathmosphäre in eine andere Welt, wo man sich mit Stäbchen an Leberkäs mit Spiegelei versucht und dazu eine Maß Bier kippt, während auf der Bühne die Bayrische Blaskapelle Volksmusik zum Besten gibt.

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Es ist kurz vor Ostern. Gelbe und weiße flauschige Puschelküken, winzige Häschen und Insekten aus Pfeifenputzern, bemalte Holz-eier, alte Osterkarten und zig Sorten Weidenkörbchen nebst hölzernem Ostergras und Osterdekotütchen, Osteranhänger und verschiedenste Kuschelhasen hängen, liegen und stehen überall in dem 50 Quadratmeter großen Ladenlokal. Dabei sind Stücke, die es sicherlich nur noch hier zu kaufen …

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Aachen gilt als „Tanzstadt“, es soll Menschen geben, die sich bei der Suche nach einem Arbeitsplatz gezielt unser Städtchen aussuchen, unter anderem weil die Tanzszene hier so ausgepägt sei. In der Tat scheinen gerade die lateinamerikanischen Tänze zu boomen. Wir haben zwei Menschen unterschiedlichen Alters befragt. Ulf, der schon seit vielen Jahren im Sommer die …

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Auf den Spuren von „Toni Erdmann“ in Aachen „Toni Erdmann“, der Überraschungserfolg von Maren Ade, erhielt 2017 eine Oscarnominierung für den besten nicht-englischsprachigen Film und wurde im März sechsmal für den Deutschen Filmpreis nominiert. Gedreht wurde er 2014 unter anderem an verschiedenen Orten in Aachen. Wir durften den Spuren zu einer Location folgen. Wenn der …

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Schauspielerin Sandra Hüller über Nacktszenen, Frauenquote und warum sie jetzt bei „Fack Ju Göhte“ mitspielt Wir würden gerne über Nacktsein reden. SANDRA HÜLLER: Oh ja, lasst uns doch über Nacktsein reden. Sie sitzen jetzt in einem Raum mit zwei Leuten, die haben Sie ausführlich und lange nackt gesehen. Das hätte ich vergessen, wenn Sie mich …

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