Ein Riese in der Krise – Schmuckstück Bushof

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Kneipen & Musik

Die Kneipen–Enzyklopädie

L’incoronazione di Poppea

St. Elisabeth ist keine Kirche mehr, sondern gilt seit ihrer Entwidmung 2016 als „normaler Ort“. Ganz „normal“ hat sie sich dennoch nicht entwickelt. Nach dem spektakulären Projekt „Hotel Total“, das deutschlandweite Aufmerksamkeit erregte, wollte Investor Norbert Hermanns aus dem besonderen Ort wieder etwas ganz Besonderes machen. „Digital Church“ heißt das neue Kind und hat mit einer Church nur das Aussehen gemein. Oder vielleicht auch nicht, denn hier kann voll und ganz unserer neuen Religion gehuldigt werden: der Digitalisierung.

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Als sie gefoltert wurde, gab sie sich besonders störrisch und bereitete den Folterknechten „viel Mühe“. Vermutlich, weil sie – der schwarzen Magie angeklagt – nicht gestehen wollte, wurde sie bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Rede ist von einem namenlosen 13-jährigen Mädchen, das in Aachen 1649 als letzte Hexe auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Was sie verbrochen hat und welchen Zauber sie vollzogen haben soll, ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass sie zu einer „vagabundierenden Sippschaft“ gehörte und „ruchlose Eltern“ hatte. Vielleicht ging es um Mord, vielleicht um den Verkauf von Zaubermitteln, vielleicht um die Angst vor Fremden.

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Diese Band bedarf nicht vieler Worte: organisch, jazzig und so modern wie Berlin. Torben Unit (ehem. Max Graef Band) stellen sich mit dem gleichnamigen Album auf Money $ex Records auf einer kleinen Deutschland- und Europatournee vor und machen auch halt in Aachen. Und zwar am 16. Juli 2017 im Musikbunker

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Rino Stefano Tagliafierro, IT 2014, Animation
Gänzlich aus Gemälden des 19. Jahrhunderts erschaffen und animiert ist „Beauty“ eine magische Reise in Schönheit und Verfall, Jugend und Alter, Liebe, Lust, Hoffnung und Verzweiflung. Die ganz großen Momente und Gefühle des Lebens, verdichtet in zehn Minuten atemberaubender, wunderbarster Animation. Kurz: ein Meisterwerk.

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Das Erstaunliche an Anne Franks Tagebüchern ist, dass sie trotz aller Schrecknisse unglaublich leichtfüßig, humorig und einfühlsam geschrieben sind.
Ähnlich verhält es sich auch mit den Kakophonien zeitgenössischer Musik. Die vermeintliche Zumutung, aus den Wohlfühlzonen vertrauter Harmoniewelten vertrieben zu werden, wird durch einen beträchtlichen Zugewinn an Freiheit, Abenteuer und musikalischen Erlebnisräumen mehr als ausgeglichen – oder wie es Arnold Schönberg sagte: „Ich fühle Luft von anderen Planeten.“

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Viele Geschichten ranken sich um das Aachener Wasser, heitere und düstere, von Geheimnissen gewürzte kleine Anekdoten, die das unterirdische Kleinod der Kaiserstadt in mitunter mystische Tiefen reißen.
Die Künstler rund um das Theater K, das die Heimatlosigkeit in neue künstlerische Höhen erhob, reihen sich in die lange Liste der Barden, die das feuchte Element – nicht nur das Aachener, wohlgemerkt – seit vielen Jahrhunderten so bewundernswert beseelt lobpreise.

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Erst sind die Lücken winzig klein, im Kopf, mit dem Auge kaum wahrnehmbar, bis sie sich schwarze Löcher gleich ausdehnen und alles Leben um einen herum verschlingen.
Wir blicken mit Entsetzen und Mitleid auf dieses langsame, aber stetige Abgleiten ins Dunkle, aus dem es kein Entkommen gibt, auf diese Krankheit, die nach Alois Alzheimer benannt wurde.

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USA/F 2016 | Regie: Raoul Peck | 93 Min. | ab 30.03.2017
James Baldwin war einer der wichtigsten Bürgerrechtler der afroamerikanischen Community und ein wichtiger Vordenker seiner Zeit. Der Schriftsteller kämpfte zeitlebens für die Rechte und Würde seiner Mitmenschen. In dem unvollendeten Buch „Remember This House“ reflektierte Baldwin Ende der Siebziger seinen eigenen Kampf entlang der Biographien dreier unterschiedlicher Mitstreiter: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King.

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FIN/D 2017 | Regie: Aki Kaurismäki | Darsteller: Kati Outinen, Ville Virtanen, Tommi Korpela | 96 Min. | 30.03.2017
Mit „Die andere Seite der Hoffnung“ liefert der eigenwillige Filmemacher Aki Kaurismäki seine ganz eigene Stellungnahme zur Flüchtlingskrise. Er erzählt die Geschichte aus der Sicht des Syrers Khaled, der über Umwege nach Finnland gelangt, nachdem er seine Schwester an der ungarischen Grenze verlor.

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D 2017 | Regie: André Erkau | Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Kostja Ullmann, Michael Wittenborn, Julia Koschitz, Victoria Trauttmansdorff, Anke Engelke | ab 27.04.2017
Oma sagt: Lachen ist die beste Medizin. Von daher erscheint die Idee von Regisseur André Erkau und Autor Gernot Gricksch, das Thema Burnout in eine Komödie zu verpacken, gar nicht verkehrt. Im Fall von „Happy Burnout“ verfehlt die Medizin aber ihre Wirkung, weil die Figuren kaum charakterisiert, sondern mit Klischees getriggert werden.

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USA 2016 | Regie: Jim Jarmusch, Mitwirkende: Iggy Pop, Mike Watt, Danny Fields, Ron & Scott Asheton, Ewan McGregor | ab 27.04.2017
Tom Waits und John Lurie in „Down by Law“, RZA in „Ghost Dog“, äthiopischer Jazz in „Broken Flowers“ – Musik spielt in der Filmographie von Jim Jarmusch seit eh und je eine Hauptrolle, unvergessen ist die Tanzeinlage des Slackers Chris Parker aus dem 1980er-Debütfilm „Permanent Vacation“. „Gimme Danger“ über die Punkrock-Wegbereiter The Stooges ist nun nach „Year of the Horse“ (1997) über Neil Young & Crazy Horse seine zweite Musikdoku.

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USA 2016 | Regie: John Lee Hancock | Darsteller: Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman | 115 Min. | ab 20.04.2017
Ray Kroc (Michael Keaton) tingelte als Vertreter für Milkshake-Mixer durchs Land, als er auf die Brüder Dick und Mac McDonald (Nick Offerman, John Caroll Lynch) stieß. Sie betrieben ein auf Effektivität ausgerichtetes Hamburger-Restaurant, das Kroc vom Fleck weg faszinierte. Der Traum vom Burgerimperium war entbrannt und Kroc machte sich daran, das Konzept landesweit zu kopieren.

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GB, USA 2016 | Regie: Mick Jackson | Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall, Andrew Scott, Jack Lowden, Caren Pistorius, Alex Jennings | ab 13.04.2017
Noch perfider als eine Verharmlosung des Holocaust ist wohl die völlige Leugnung des Genozids. Der Brite David Irving ist so ein Geschichtsklitterer: „Ich bin kein Historiker des Holocaust, ich bin ein Historiker Hitlers“, lautet seine entlarvende Selbstdarstellung.

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USA 2016 | Regie: Stephen Gaghan | Darsteller: Matthew McConaughey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Toby Kebbell, Rachael Taylor, Bruce Greenwood | ab 13.04.2017
Der versoffene Fantast Kenny Wells (Matthew McConaughey) träumt als Prospektor vom fetten Geld, ist aber fast bankrott. Ohne seine liebende Frau Kay (Bryce Dallas Howard) würde wohl gar nichts mehr gehen. Doch im Jahr 1988 gelingt Wells ein echter Coup, als er mit dem Geologen und Abenteurer Michael Acosta (Édgar Ramirez) eine Goldader im indonesischen Regenwald entdeckt.

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