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Gruseln im Großformat – „Bloody Friday & Bloody Saturday“

Hunderte Herzen für den Hambacher Wald: Kohleausstieg gefordert

Westworld

„Opa wurde 100jährig, stets trank er Degraa obergärig.“ Den alten Werbespruch kann in Aachen jeder herunterbeten. Er ist ja auch zu schön. Dennoch scheint angezeigt, die Geschichte dieser und anderer Allgemeinplätze zum Thema Biergenuss einmal historisch präzise zu verorten. Das dachte man sich auch im Neuen Stadtmuseum am Katschhof und schritt mutig zur Tat, denn lang und reich ist sie, die Aachener Geschichte vom Bier und vom Brauen, und das Unterfangen kein einfaches. Bei den hunderten von Ausstellungsstücken, vom Bierdeckel bis zum Zapfhahn und vom Flaschenetikett bis zum Barhocker, die für die Ausstellung „Bier & Wir“ zusammengetragen wurden, drängt sich zunächst die Frage auf, woher das alles stammt, was da im Oktober im Centre Charlemagne seinen Platz finden soll.
Wer noch nicht dort war, kann es noch schaffen: Die Ausstellung wurde bis zum 08. April 2018 verlängert.

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Silvester, 19:23 Uhr: Die letzten Geschenke sind umgetauscht, Gänsebraten und Stollen halbwegs verdaut und die siebte Staffel von Game of Thrones ist zu Ende geschaut. Für 2017 steht so weit nichts mehr auf dem Programm. Die letzten Stunden des alten Jahres können so damit verbracht werden, noch das Sudoku-Rätsel zu lösen oder vielleicht doch endlich die Steuererklärung zu machen, während Butler James zum achten Mal über das Tigerfell stolpert.

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Im Domkeller haben sie sich vor 20 Jahren kennengelernt: Sandra Salagoudis, die Wirtstochter, bediente hinter der Theke, Milos Sous bestellte davor brav sein Kinderbier. Immer öfter zog es ihn in den Domkeller am Aachener Hof, und die beiden wurden ein Paar. Ein Leben als Gastronomen kam ihnen da noch nicht in den Sinn, ein Leben in Aachen auch nicht. Die beiden gingen gemeinsam nach Berlin und arbeiteten zehn Jahre in der kreativen Branche. Als 2008 der Domkeller sein 30-jähriges Salagoudis-Jubiläum feierte, war der Patron bereits schwer erkrankt. Tochter Sandra kam mit Mann und Zwillingsbabys aus Berlin zurück. Was als Zwischenstopp geplant war, veränderte ihr Leben.

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Kultur – Kunst, Theater, Musik

Mit der elften Ausgabe der BIP in Lüttich, der „Biennale de l’image possible“ (Biennale des möglichen Bildes), macht unsere Nachbarstadt an der Maas einmal mehr deutlich, dass sie im Bereich der bildenden Kunst mittlerweile in einer eigenen Liga spielt. In acht einzelnen Themenblöcken, jeweils einem eigenen Veranstaltungsgort zugeteilt, formulieren rund 40 internationale Teilnehmer ihre individuellen Standpunkte im Bereich der künstlerischen Fotografie.

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Wer die aktuelle Ausstellung im IKOB betritt und kein Butzer-Kenner ist, wird zunächst denken, es handelte sich um zwei extrem verschiedene Künstler, die hier ausstellen.
Für seine erste Einzelausstellung in Belgien hat der deutsche Künstler zwölf seiner Werke ausgesucht: eine Retrospektive seiner Malerei, welche die Bedeutung von Chronologie hinterfragt. Zum einen besteht die Ausstellung aus bunten, dennoch düsteren Malereien, die Butzer 1999 und 2000 fertigstellte. Im Gegensatz dazu stehen seine Gemälde ab dem Jahr 2011, in denen Schwarz die Hauptrolle spielt. Zwischen den bunten und schwarzen Sequenzen befindet sich eine elf Jahre währende Zeitspanne, die der Künstler bewusst ausspart.

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Hat unsere Gesellschaft versagt, wenn ein deutscher Jugendlicher als „Märtyrer“ in Syrien sterben will? Wie geraten junge Menschen überhaupt in den Sog einer radikalen Ideologie? Keine einfachen, aber brennende, hochaktuelle Fragen, die im DAS DA THEATER im Schauspiel „Inside IS“ von Yüksel Yolcu behandelt werden. Um eindeutige Diagnosen geht es hierbei nicht, sondern um eine differenzierte Auseinandersetzung, um Perspektivenwechsel und ein daraus sich ergebendes besseres Verstehen – trotz einiger klischeehafter Erklärungsansätze.

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Film

Die Brüder Joel und Ethan Coen bereichern seit mehr als drei Jahrzehnten die Filmwelt mit ihren grotesken, tiefschwarzen Geschichten. Den Anfang nahm alles bereits 1984: der Mord, die Intrige, der schwarze Humor – in „Blood Simple“, ihrer kleinen, feinen Hommage an die Klassiker des Film Noir, ist alles bereits ausgelegt. Selbst Frances McDormand ist in der Hauptrolle zu sehen, zwölf Jahre bevor die Coen-Brüder sie zu Oscarehren führten, indem sie ihr die grandiose Hauptrolle in „Fargo“ schrieben. Mit ihrem Meilenstein in Schneeweiß und Blutrot teilt „Blood Simple“ die Stimmung und den Erzählstil. Wie „Fargo“ entführt ihr Frühwerk den Zuschauer in die Abgründe menschlichen Handelns.

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Was Aachener Kneipen betrifft, könnte ich hier nur eine bemerkenswerte Sammlung von Filmrissen präsentieren, Filme über Kneipen generell gibt es selbstverständlich aber zahlreich und, nicht verwunderlich, viele davon kommen von den Britischen Inseln.

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D 2017 | Regie: Nick Baker Monteys | Darsteller: Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Suzanne von Borsody | 107 Min., Start: 21.09.
Der 92-jährige Eduard Leander (Jürgen Prochnow) bricht eines Tages einfach auf, sehr zum Schrecken seiner Tochter Uli (Suzanne von Borsody), zu der er sonst kaum Kontakt hat. Doch als sie von seiner plötzlichen Abreise erfährt, schickt sie ihm die Enkelin Adele (Petra Schmidt-Schaller) mit auf den Weg. Widerwillig akzeptiert er seinen Anhang, will aber auch ihr nicht verraten, wohin die Reise geht. Es wird eine Reise in Eduards Vergangenheit, die in einem kleinen Ort in der Ukraine verborgen liegt.

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Der Straßentrompeter Floyd, eigentlich ein sonniges Gemüt, gerät in eine schwere Lebenskrise, als seine Angebetete ihn wegen eines anderen verlässt. Virtuoses und temporeiches Animationskino mit vielen Gags und skurrilen Wendungen.

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USA 2017 | Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Riley Keough, Katie Holmes, Seth MacFarlane | Start: 14.09.
Eigentlich wollte Steven Soderbergh keine Filme mehr drehen, doch vier Jahre nach seinem Kinoausstieg feiert er mit der Gaunerkomödie „Logan Lucky“ ein Comeback. Und das ist gut so! Soderberghs schrullige Variation auf seinen Blockbuster „Ocean’s 11“ überzeugt mit schrägen Figuren, die einem Skript der Gebrüder Coen entsprungen sein könnten. Die Handlung spielt im Arbeitermilieu von West Virginia, wo die Brüder Jimmy (Channing Tatum) und Clyde Logan (Adam Driver) einen Coup beim NASCAR-Rennen in North Carolina planen. Die Brüder wollen das Rohrpostsystem anzapfen, das Bargeld aus diversen Kassen in einen Safe transportiert. Dafür brauchen sie die Hilfe des Sprengstoffspezis Joe Bang (blondiert: Daniel Craig), der aber dummerweise im Knast sitzt …

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USA, AE 2016 | Regie: James Ponsoldt | Darsteller: Emma Watson, Tom Hanks, Patton Oswalt, Glenne Headly, Bill Paxton, John Boyega | Start: 14.09.
Die junge Mae (Emma Watson) freut sich über ihren neuen Job als Kundenbetreuerin beim angesagten IT-Konzern The Circle, einer Mischung aus Apple, Facebook und Google. Das neuste Gadget des CEOs Eamon Bailey (Tom Hanks) ist die portable, mit dem Internet verbundene Minikamera SeeChange, die eine weltumspannende Überwachung aller Menschen ermöglichen soll. In regelmäßigen Motivationsreden für die Belegschaft verkauft der Visionär seinen Plan als Wohltat an der Menschheit. Denn wer würde schon Schlechtes tun, wenn er beobachtet wird? Mae befürwortet Baileys Idee und stellt sich als Werbegesicht für das neue Firmenprodukt zur Verfügung. Fortan wird sie rund um die Uhr gefilmt und erfährt am eigenen Leib, dass die schöne neue Welt ihres Chefs Schattenseiten hat.

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J/HK/TW 2017 | Regie: Sabu | Darsteller: Chen Chang, Shô Aoyagi, Yi Ti Yao | 129 Min., Start: 14.09.
Sabu ist ein einzigartiger Paradiesvogel unter den Regisseuren Japans. Zur Jahrtausendwende schlug er mit seiner atemlosen Gangsterposse „Monday“ auch bei uns ein und definierte das junge japanische Kino mit. Zwei Dekaden und rund ein Dutzend höchst vielfältige Filme später schließt sich der Kreis nun mit einer ebenso aberwitzigen Genreperle. Mr. Long ist Auftragskiller und stammt eigentlich aus Taiwan. Doch als ein Auftrag in Tokio misslingt, landet er blutverschmiert im verlassenen Teil eines Vororts.

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D.A.D.D.Y., IR 2010, Spielfilm
Als Foley Artists werden im englischen Sprachraum Leute bezeichnet, die Geräusche in Filmen nachvertonen – Schritte, Straßenlärm, das Klirren eines Glases. Erzählt wird die Geschichte eines Patienten in einem Krankenhaus, dessen Tagesablauf eines Morgens von einer Schar Soundtechniker und Musiker nachvertont wird. Eine geballte Ladung absurden Humors.

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D 2017 | Regie: Arne Feldhusen Darsteller: Charly Hübner, Annika Meier, Detlev Buck, Marc Hosemann, Bjarne Mädel | 111 Min., Start: 31.08.17 Karl Schmidt (Charly Hübner) hat sein Leben eigentlich wieder im Griff. Nach psychisch labilen Phasen, die ihn letztlich zuerst in die Psychiatrie und anschließend in eine (Anti-)Drogen-WG gebracht haben meistert er seinen Alltag …

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CHI/D/E/USA 2017 | Regie: Sebastián Lelio Darsteller: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco | 104 Min., Start: 07.09.
Marina und Orlando sind ein tolles Paar. Offen, ehrlich, liebevoll. Der Altersunterschied zwischen ihnen ist kein Problem. Auch nicht Marinas Job als Sängerin in einem Nachtclub, der so völlig gegensätzlich ist zu der Welt, in der sich der erfolgreiche Unternehmer Orlando bewegt. Gemeinsam haben sie sich eine Wohnung eingerichtet und schmieden Urlaubspläne. Doch die Träume werden jäh zerstört, als Orlando plötzlich stirbt und Marina mehr verliert als ihren Partner. Denn seine Familie, die er vor Jahren verließ, schaltet sich ein. Sie behandeln Marina, die einst ein Mann war, wie eine Aussätzige, werfen sie aus der Wohnung und verwehren ihr die Trauer. Doch die junge Frau ist stolz und selbstbewusst. Sie wird nicht kampflos aufgeben.

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