Von Machthabern und Ohnmächtigen – Neue Spielzeit 2018/19 Theater Aachen


Digitalisierung und Technologie sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Oftmals geht es bei diesen rasanten Veränderungen aber nicht darum, ob sie an sich positiv oder negativ sind. „Es sind immer die Menschen, die etwas daraus machen“, so Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck. „Der Mensch führt durch Missbrauch von Macht Katastrophen herbei. Dabei sind Familienstrukturen immer Stellvertreter für große Konflikte.“

Dies spiegelt sich im Motto der neuen Spielzeit des Theater Aachen wider: „Das System, die Macht und all das Schöne“. Am Beispiel der Familie wird der Zustand unserer Gesellschaft abgebildet. So wird in der Oper „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod das Glück zweier Liebender durch den Konflikt ihrer einflussreichen Familien zerstört. Und auch Friedrich Hebbels Inszenierung „Die Nibelungen“ zeigt, inwiefern Egoismus der Obrigkeit eine Gesellschaft zugrunde richtet. Neben den Mächtigen kommen aber auch die Ohnmächtigen zu Wort: so u. a. in Kafkas „Die Verwandlung“ und Büchners „Lenz“. Neben schwerwiegenden, politischen Themen ist es Chefdramaturgin Inge Zeppenfeld jedoch wichtig, das Schöne nicht aus den Augen zu verlieren. Mit den Stücken der neuen Spielzeit möchte sie die Menschen gleichermaßen aufrütteln als auch unterhalten.

Mit Christopher Ward wird ein neuer Generalmusikdirektor die musikalische Leitung übernehmen. Für seine erste Spielzeit am Theater Aachen hat er ein abwechslungsreiches Programm konzipiert, das neben bekannten Angeboten neue Formate beinhaltet. Mit der Reihe „im Depot: classic lounge – RADICAL VIBES“ im renovierten Alten Straßenbahndepot Talstraße möchte Ward insbesondere junge Leute, Studenten und alle, die offen für Neues sind, ansprechen und in der besonderen Atmosphäre des Bahndepots Werke des 20./21. Jh. mit Klassik und Barock kombinieren. Zudem ist es ihm ein Anliegen, junge Komponisten stärker zu unterstützen. Deshalb wird während der Neujahrskonzerte jetzt immer auch ein Werk eines jungen Komponisten uraufgeführt, beginnend mit Lars Opfermann. „Composer in Focus“ ist diesmal Jörg Widmann, einer der meistgespieltesten Komponisten unserer Zeit. Auf einige seiner Stücke dürfen sich Besucher sowohl im Rahmen der Kammerkonzerte, auf zwei Sinfoniekonzerten sowie im Depot freuen.

Der Vorverkauf für die ersten Premieren startete diese Woche.
www.theateraachen.de

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