Viel Lärm um nichts


Amerikanischer Jahrmarkt trifft auf Shakespeare

Ein bunter Jahrmarkt im Amerika der 50er Jahre: Schießbuden, Geisterbahn, Candy Shop, gegelte Haartollen und Petticoats – wie passt das alles mit einem Klassiker von Shakespeare zusammen? Das Aachener DAS DA Theater hat eine spannende Zusammenführung gewagt und bringt diesen Sommer eine Inszenierung von „Viel Lärm um nichts“ in genau diesem ungewöhnlichen Setting auf die Burg Frankenberg, deren Innenhof bereits seit 1991 regelmäßig zur Theaterbühne wird. Unter freiem Himmel erwartet die Zuschauer ein frecher, lebenslustiger Theaterabend mit Livemusik.
Die Komödie – das Original wurde um 1600 von Shakespeare verfasst – handelt von dem Liebesdurcheinander zweier Paare, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Clayton und Heaven der klassischen Rollenverteilung von Mann und Frau entsprechend agieren und von der großen Hochzeit träumen, liefern sich Becca und Ben rasante Wortgefechte und machen deutlich, dass sie rein gar nichts vom jeweils anderen halten. „Es geht viel um die Beziehungen der Geschlechter untereinander und eine hohe Moralvorstellung“, so Regisseurin Maren Dupont über Shakespeares Werk. „Da das alles für uns heute so relativ weit weg ist, haben wir uns überlegt: Was für eine Zeit ist uns näher, hat aber trotzdem noch diese klassische Rollenaufteilung?“ Hier fiel die Wahl auf die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die Entscheidung gegen eine klassische Inszenierung scheint dabei durchaus Shakespeares Ideologie zu entsprechen, der ein Mann des aktiven Theaters war. Es wird interessant sein zu sehen, wie ein solcher Klassiker auf moderne Weise umgesetzt wird.
Unter der Leitung von Maren Dupont sowie Dramaturg Tom Hirtz bringt das DAS DA Theater Shakespeare und amerikanisches Jahrmarktflair zusammen. Das 90 Minuten lange Stück findet in Echtzeit statt. Immer wieder treffen unterschiedliche Konstellationen von Menschen aufeinander und interagieren miteinander – „sozusagen ein Karussell an Menschen“, findet Dupont –, was bestens zum Schauplatz eines Jahrmarkts passt. Neben dem Schauspiel wird es zudem Livemusik geben. Die Schauspieler singen und tanzen und werden von einem Gitarristen auf der Bühne musikalisch begleitet. Man könnte fast sagen „Shakespeare goes Grease“. Viel Sprachwitz, Intrigen, aber auch Romantik und Freundschaft durchziehen das Stück, welches zwar ernste Momente hat, bei dem jedoch generell die Komik in einer ehrlichen Form überwiegt.
Im Moment befindet sich das Team mitten in den Proben. Nach Pfingsten geht es dann endlich für eine besonders intensive Probenphase auf die Originalbühne, bevor am 21. Juni die Premiere stattfindet. Vorstellungen finden im Anschluss vom 22. Juni bis zum 5. August immer von Dienstag bis Sonntag um 21:00 Uhr im Innenhof der Burg Frankenberg statt.
Karten gibt es unter 0241 161688, über die Website dasda.de sowie im Buchladen Pontstraße 39.
Viel Lärm um nichts – von William Shakespeare | DAS DA Theater auf der Burg Frankenberg | Regie: Maren Dupont

Foto: Achim Bieler

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