Et Möffelsche – hier punktet das „& mehr“


Der große Kiosk-Report Nummer 6

Gabi und Horst-Wilhelm Dohmen haben das renommierte Restaurant Aquarium aufgebaut und 33 Jahre lang geführt, bevor sie vor zehn Jahren in den Ruhestand gingen. Stillsitzen konnten sie jedoch nicht und übernahmen vor sieben Jahren den Kiosk an der Ecke Eupener Straße/Salierallee.
Von Montag bis Freitag verkaufen sie zwischen 6:30 und 14:00 Uhr nicht nur Kratzeis, Süßigkeiten und ein paar Zeitungen, sondern bewirten ihre Gäste auch mit Hausmannskost.

„,Die besten Frikadellen von Aachen‘ sagen die Handwerker, ,die besten Frikadellen der Welt‘ sagen die Studenten und die Hausfrauen holen hier schnell etwas und sagen ,Schatz, ich hab lecker für dich gekocht‘“, lacht Horst-Wilhelm Dohmen. Es ist ein Freitagmorgen, 10:00 Uhr. In der Pfanne brutzeln hausgemachte Pfannenschnitzel, danach sind die Frikadellen dran und ab 12:00 Uhr wird es wie jeden Freitag fangfrischen Backfisch geben. Dohmen kocht immer schon leidenschaftlich gerne, hat in seinem Restaurant früher selbst Köche ausgebildet. Das Aquarium galt seinerzeit als eins der besten Fischrestaurants Deutschlands, große Persönlichkeiten gingen dort ein und aus und Dohmen war vor 35 Jahren einer der ersten Fernsehköche Deutschlands. Kein Wunder, dass er auch in seinem Kiosk noch gerne gemeinsam mit Ehefrau Gabi den Kochlöffel schwingt.

Der kleine Kiosk am Rande Burtscheids wurde laut Horst-Wilhelm Dohmen vor 50 bis 60 Jahren als Tante-Emma-Laden erdacht. Aus einem kleinen Fenster heraus wurde die Ware verkauft. Danach betrieb Vorgängerin Wilma Förster 25 Jahre lang einen Kiosk in dem Gebäude, verkaufte aber auch da schon „hunderte“ belegte Brötchen an Schüler und Handwerker.
Als der Kiosk schloss und die Stadt ihn zunächst geschlossen halten wollte, protestierte die Nachbarschaft. Mit dem Ehepaar Dohmen wurde ein Pächterpaar gefunden, wie es besser nicht passen könnte. Liebevoll wurde das kleine Häuschen renoviert und angestrichen. Da die Dohmens über jahrzehntelange Gastronomieerfahrung verfügen, dürfen sie einen wöchentlich wechselnden Speiseplan anbieten, der von Anwohnern sowie von Handwerkern, die extra vorbeifahren, gerne angenommen wird. Lediglich die Studenten bereiten dem Ehepaar Sorgen: „Sie steigen aus dem Bus und starren nur auf ihr Handy, regelmäßig haben wir Angst, dass einer vor ein Auto läuft“, erzählt Horst-Wilhelm Dohmen. Viele hätten den Kiosk also noch nicht bemerkt, weil der Blick nicht so weit gehoben werde.
Gabi Dohmen ist besonders bei den Kindern beliebt, die sich hier ihre Süßigkeiten und ihr Kratzeis holen. „Wenn die Kleinen hereinkommen, dann geht die Sonne auf“, lacht sie.
Et Möffelsche, Eupener Straße 109, Aachen

zurück Hallo Biggi (August 2018)
weiter Marijn van Kreij: Nude in the Studio