(Tagebuchnotiz von Franz Kafka)

Die traurigsten Filme aller Zeiten

Christian Horn, Filmredakteur:

Love Story

USA 1970, Regie: Arthur Hiller
Love means never having to say youʼre sorry – ein echter Herz-Schmerz-Klassiker! Die große Liebe zwischen den Studenten Oliver Barrett und Jenny Cavalleri wird jäh vom Tod beendet, dazu ertönt die wunderschöne Titelmelodie … Zum Glück lag meine erste Liebe Tanya zum Trösten neben mir.

Das letzte Einhorn

USA/GB/J/D 1982, Regie: Arthur Rankin, Jules Bass
Schon vom Titel her einer meiner Lieblingsfilme! ,-) Früher hab ich das Märchen rauf und runter geguckt, teils täglich. Immer wieder jagte mir der rote Stier eine Heidenangst ein – und immer wieder war/bin ich vom Schicksal des letzten Einhorns emotional ergriffen.

Die unendliche Geschichte

D/USA/ESP 1984, Regie: Wolfgang Petersen
Bei traurigen Filmmomenten denk ich sofort daran, wie jämmerlich Atréjus Pferd Artax im Sumpf Phantásiens versinkt. So grausam, so stimmig! Warum gar nicht mal wenige Menschen den Film nicht mögen, ist mir ein Rätsel.

Die letzten Glühwürmchen

J 1988, Regie: Isao Takahata
Der japanische Anime-Klassiker aus dem Hause Ghibli zeigt das Elend zweier Geschwister (4 und 14 Jahre), die im Zweiten Weltkrieg in einer ausgebombten Stadt ums nackte Überleben kämpfen. Geht tief ins Herz.

Der König der Löwen

USA 1994, Regie: Rob Min.koff, Roger Allers
Mich nahm der Tod von Simbas Vater mehr mit als der von Bambis Mutter. Bestimmt, weil ich den Löwenkönig live im Kino sah. Noch heute finde ich immer wieder imposant, wie heftig die Sterbeszene wirkt.

Sinn und Sinnlichkeit

USA/GB 1995, Regie: Ang Lee
Ist es peinlich, Ang Lees 1990er-Austen-Adaption hier hinzuschreiben? Nein. Die Versöhnung am Ende regte mich damals zum echten Freudenheulen an. Deswegen steht das Liebesdrama in dieser Liste. Und weil hier eigentlich jeder Film mit Kate Winslet hingehört! ♥

Dancer in the Dark

DEN/D/NL/USA/GB/SWE/ISL/F/FIN/NOR 2000, Regie: Lars von Trier
Björk spielt Selma, eine tschechische Einwanderin im 1960er-Amerika. Selma muss viel Scheiß aushalten, Björk singt dazu, wie nur sie es kann. Am Ende steht Selma, also Björk, mit einem Strick um den Hals auf einem Podest mit Falltür. Todesstrafe. Vollstreckt. Krass.

Away From Her

CAN 2006, Regie: Sarah Polley
Eins der wenigen guten Dramen über das Alter(n). Im Kleinod von Sarah Polley gibt Gordon Pinsent einen Ehemann, der seine von Julie Christie gespielte Frau (immer noch nach vielen Ehejahren) sehr liebt. Sie liebt ihn auch – sehr. Doch sie leidet an Alzheimer und erkennt ihre Liebe bald nicht mehr … Trauer um eine noch Lebende, die langsam entschwindet.

Lars Tunçay, Filmredakteur:

Broken Circle Breakdown

B/NL 2012, Regie: Felix van Groeningen
Unter der desaströsen Decke des belgischen Oscar-Anwärters aus lebensbedrohlicher Kinderkrankheit und beziehungsgefärdender Differenzen der Eltern liegt eine zarte, zutiefst berührende Liebesgeschichte

Philadelphia

USA 1993, Regie: Jonathan Demme
Das geht nicht gut aus: Todkranker HIV-Infizierter kämpft um Leben und Rechte. Jonathan Demme schuf 1993 die filmische Verarbeitung des amerikanischen Traumas der Achtziger.

Brokeback Mountain

USA 2005, Regie: Ang Lee
Verlust und Trauer verarbeitet Ang Lee auf stille Art mit hingebungsvollen Darstellern. Und dass ihm der Oscar für den besten Film verwehrt blieb, ist ebenso zum Heulen.

Manchester by the Sea

USA 2016, Regie: Kenneth Lonergan
Wie geht man damit um, wenn etwas Unfassbares geschieht? Casey Affleck brilliert in dieser Studie über Verlust, in die auch ein Schimmer Hoffnung fällt.

A Ghost Story

USA 2017, Regie: David Lowery
Und weil Casey Affleck so schön traurig kann, durfte er hier mal als frisch Verstorbener ran. Allerdings die meiste Zeit unterm Laken. Selten wurde Kuchen so herzzerreißend verspeist wie hier von Rooney Mara.

Foxtrot

ISR 2017, Regie: Samuel Moaz
Der aktuellste Heultipp kommt aus Israel und erzählt die Geschichte von einem gefallenen Sohn im Gaza-Streifen und wie die Eltern und der professionelle Militärapparat damit umgehen. Eine meisterhafte Reflexion über die Sinnlosigkeit des Krieges.

Moritz Stürz, Geschäftsführer Filmtheaterbetriebe Stürtz:

Fast and Furious 7

USA 2015, Regie: James Wan
Viele werden nun sicher schmunzeln, jedoch war das cineastische „Ruhe in Frieden“ für Paul Walker für mich sehr ergreifend. Ich bin mit den Filmen aufgewachsen und bin ein Autoenthusiast. Der Tod einer solchen Ikone, welche sich auch fernab der Leinwand einen Namen gemacht hat, ging an mir nicht einfach vorbei.

Hachiko

USA 2009, Regie: Lasse Hallström
Eine Geschichte über die wunderbare Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Wer bei dieser Geschichte nicht Mindestens einmal tief schluchzen muss, der hat kein Herz.

Der König der Löwen

USA 1994, Regie: Rob Minkoff, Roger Allers
Wer kennt es nicht? Mufasas tragischer Tod, verschuldet durch seinen eigenen Bruder, lässt mich noch heute tief schlucken. Das können nur Disney-Klassiker.

Titanic

USA 1997, Regie: James Cameron
So brillant und romantisch dieses Meisterwerk auch ist, so wird dies bei den tragischen Bildern des Untergangs der Titanic zur völligen Nebensache.

Philadelphia

USA 1993, Regie: Jonathan Demme
Der wohl härteste Film dieser Liste, für den Tom Hanks völlig verdient einen Oscar als bester Hauptdarsteller verliehen bekommen hat. Es gab viele weitere Preise für diesen Film, der auch außerhalb der Kinos für viele ernste Gespräche gesorgt hat. Einmal gesehen, treibt einem der ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnete Titelsong „Streets of Philadelphia“ regelmäßig die Tränen in die Augen.

Greta Arntz, MOVIE-Redaktion:

Cap und Capper

USA 1981, Regie: Richard Rich, Ted Berman, Art Stevens
Der Film für alle Menschen, die Disneyfilme für harmlose Kinderunterhaltung halten. Großes Drama zum Thema „Verlust“ sehr berührend umgesetzt.

Der Elefantenmensch

USA/UK 1980, Regie: David Lynch
Fein gezeichnete Gellschaftskritik mit einem noch feineren Spiel des großartigen Anthony Hopkins. Nach dem Abspann direkt wieder neu starten.

Lilja 4 ever

S/EST 2002, Regie: Lukas Moodysson
Brutal authentische Darstellung eines jungen Lebens voller Perspektivlosigkeit. Lässt einen verstört und ohne Hoffnung in die Menschheit zurück.

One Hour Photo

USA 2002, Regie: Mark Romanek
Einsamkeit und Lebensmüdigkeit führen manchmal zu verzweifelter Gewalt. Verständnis für den Täter ist vorprogrammiert, weil Robin Williamsʼ trauriger Ausdruck einfach zu tief geht.

Magnolia

USA 1999, Regie: Paul Thomas Anderson
Ein Potpourri trauriger Schicksale, perfekt für melancholische Abende und drei Flaschen Rotwein (trocken). Kitschige Wahnsinnsballaden von Aimee Mann machen es nicht besser.

Alex Klotz, Filmredakteur:

Moonlight Boy

Taiwan 1993, Regie: Wie-Yen Yu
Invertierte Version von „The Sixth Sense“, und das sechs Jahre früher – das Treiben in Taipei aus der Sicht eines jungen Geistes, stilistisch immer wieder überraschend und wunderschön.

Der Geist des Bienenstocks

ES 1973, Víctor Erice
Ein junges Mädchen hat Mitleid mit Frankensteins Monster und fantasiert sich ihre Umgebung während des spanischen Bürgerkriegs zurecht, vor Hitze flirrend und zutiefst berührend.

Children of Hiroshima

JP 1952, Kaneto Shindô
Die Katastrophe ist passiert, die Trauer sitzt tief – doch die Überlebenden sind froh über jeden weiteren Tag.

Donnie Darko

USA 2001, Richard Kelly
Teenage-Angst-Außenseiter-Klaviatur, die ganze Packung mit optimaler Songauswahl.

Perfect Sense

GB 2011, David Mackenzie
Hilflos zusehen, wie alle Sinne schwinden, bis dann auch das Menschsein aufhört.

Birgit Franchy, MOVIE:

Weißer Bim, schwarzes Ohr

UdSSR 1977, Regie: Stanislaw Iossifowitsch Rostozki
Die sowjetische Abenteuerserie von 1977 lief um das Jahr 1982 herum im deutschen Sommerferienprogramm von ARD und ZDF mittags für Kinder. Ich wollte ins Freibad, musste aber noch schnell das Ende der Staffel schauen. Seit mehreren Folgen wartete man darauf, dass Bim und sein Herrchen endlich wiedervereint sind. Es sollte anders kommen. Das traurigste Filmende schlechthin, mein Freibadbesuch und die Sommerferien waren gelaufen.

Die Katze

F/I 1971, Regie: Pierre Granier-Deferre
Französisch-italienischer Film von 1971, nach einem Roman von George Simenon mit Julien Bouin und Simone Signoret
Ein altes Ehepaar macht sich das Leben zur Hölle. Sie können nicht zusammen und nicht ohne einander leben. Ein Happy End ist weder ihnen noch den Zuschauern vergönnt.

Das Leben ist schön

I 1997, Regie: Roberto Benigni
Roberto Benigni als rührender Vater, der sich alle erdenkliche Mühe gibt, seinem kleinen Sohn die Gefangenschaft in einem Ghetto als Spiel zu verkaufen. Während er ums Leben kommt, bleibt für seinen Sohn die Illusion bis zum Schluss erhalten – und kein Auge trocken.

Die Brücke

D 1959, Regie: Bernhard Wicki
Deutscher Antikriegsfilm von 1959 mit Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann, Vicco von Bülow u. a.
In den letzten Kriegstagen werden sieben Jugendliche um die 16 Jahre einberufen. Die schlecht ausgebildeten Jungen sollen in einer sinnlosen Mission eine Brücke verteidigen.

Geständnisse eines Filmheulers (Thomas Glörfeld):

In einem Land vor unserer Zeit

USA 1988, Regie: Don Bluth
Littlefoots Mutter erliegt den Verletzungen von Scharfzahn und lässt unseren langhalsigen Lieblingsdino allein zurück auf der Suche nach dem Großen Tal. Boys don’t cry, but men do.

My Girl – Meine erste Liebe

USA 1991, Regie: Howard Zieff
Warum man immer einen EpiPen (ab 95,–) gegen Bienenstiche dabeihaben oder erst gar keine tiefergehenden sozialen Bindungen in seinem Leben aufbauen sollte (kostenlos).

Falling Down

USA 1993, Regie: Joel Schumacher
Ein Film wie „Fight Club“ – nur Pubertierende fühlen sich emotional abgeholt. Aber ein solcher war auch ich einmal. Und alles, was D-Fens (Michael Douglas) mit seinem Amok-Fußmarsch durch L.A. bezweckte, war, seine getrenntlebende Tochter an ihrem Geburtstag zu überraschen.

Absolute Giganten

D 1999, Regie: Sebastian Schipper
Kein deutscher Film fängt die Unbekümmertheit der Jugend und den Kummer des Abschieds schmerzlicher ein. Floyd wird nach abgesessener Haftstrafe auf einem Containerschiff anheuern. Zusammen mit seinen besten Kumpels Ricco und Walter verbringen sie die letzte gemeinsame Nacht in Hamburg. Spätestens mit dem verfrühten Tod von Frank Giering der bittersüßeste deutsche Film.

Big Fish

USA 2003, Regie: Tim Burton
Ich weiß bis heute nicht, worum es in dem Film geht, geschweige denn, wie er endet. Im letzten Drittel, die Optik längst getrübt, geht es nur noch darum, mich nicht an meinen salzigen Tränen zu verschlucken.

Der Vorleser

USA 2008, Regie: Stephen Daldry
Sah ich auf der Rückbank einer Mitfahrgelegenheit von München nach Aachen. Ich sagte noch, es sei ok zu weinen, und am Ende brachen alle Dämme.

Room

GB/USA/CAN/IRL 2015
Ich wollte irgendwie nicht, dass dieser Film mich kriegt. Ach verdammt.

 

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