Ich bin Greta Arntz (26) und seit einigen Jahren ehrenamtliches Mitglied der Kulturvereinigung Chudoscnik Sunergia in Eupen. Im Folgenden berichte ich von meinem ehrenamtlichen Job als Künstlerbetreuerin beim Straßentheater und -kunstfestival HAASte Töne?!.

Samstag, 12 Uhr, Treffen in der Zentrale.

So beginnt eigentlich jede Schicht. Die „Zentrale“ befindet sich in einem ehemaligen Schulgebäude – der Ort, an dem sich alle Organisatoren, Helfer und Künstler treffen um zu essen, trinken, planen und sich auszuruhen.
Dort also beginnt auch meine Schicht als ehrenamtliche Künstlerbetreuerin am ersten der beiden Tage vom Straßentheaterfestival HAASte Töne?!. Ich suche mir einen Platz und bereite mich auf das Festival vor. Dazu gehört auch, eine Mappe zusammenzustellen, in der sich alle Informationen befinden, die ich benötigen werde: Eine Liste unserer Künstlergruppen samt Ansprechpartner und Telefonnummern, Informationen über deren Ankunftszeiten, Hinweise auf technische Besonderheiten, die geklärt werden müssen; sowie einem Plan, der die Übernachtungen in der Jugendherberge regeln soll.

Im Großen und Ganzen besteht mein Job eigentlich aus Warten auf ankommende Künstler oder auftretende Probleme mit diesen.

Den Künstlergruppen zeige ich unsere Cateringzentrale, ihren Spielort und ihre Unterkunft. Normalerweise läuft das sehr entspannt ab, da die Gruppen genau wissen, was sie wollen und sehr viel Erfahrung und Routine mitbringen. In der Regel möchten sie zuallererst ihre Sachen abstellen, ankommen, etwas essen und trinken und haben dann ein paar Fragen zu ihrem Auftrittsort und den Spielbedingungen.
Dabei sind sämtliche technische Details eigentlich im Vorhinein geklärt, mithilfe des sogenannten „technical rider“ (oder „fiche technique“, um es in der Sprache der meisten unserer Künstler auszudrücken), in dem alle technischen Voraussetzungen für das Stück explizit erläutert werden. Darüber hinaus gibt es aber immer noch Einzelheiten, die vor Ort einer Klärung bedürfen: Ist der Untergrund gut? Wo genau wird das Publikum sitzen? Wann kann ein Soundcheck durchgeführt werden? Diese und ähnliche Fragen stellt die Gruppe in der Regel mir und ich leite sie dann an die entsprechenden Kollegen weiter.
Davon gibt es übrigens einige, denn unser Festivalteam besteht aus einer Reihe festangestellter und freiberuflicher Hauptamtler, sowie einigen Ehrenamtlern. Angefangen bei den Personen, die die organisatorische und technische Leitung innehaben, bis zu denjenigen, die ‚nur‘ eine kleine Schicht am Einlass übernehmen ist alles vertreten: Bühnenmanager, Materialmanager, Aufbau- und Abbaucrews, Techniker, Bühnenansager, Menschen, die sich um das Catering kümmern, die die Bonkassen besetzen, die unsere Programmschilder beschriften, die für Deko sorgen, und so weiter.

Die Crew für das Wochenende umfasst ungefähr 70 bis 90 Personen, die sich um alle anfallenden Aufgaben und die kleinen und großen auftretenden Probleme kümmern.

Direkt im Anschluss an das Festival beginnt eine Projektgruppe, die aus einer hauptamtlichen Leitung und einigen Ehrenamtlern besteht, dann schon wieder mit der Vorbereitung und Programmierung für das nächste Jahr.
An diesem Wochenende gibt es aus Künstlerbetreuersicht übrigens höchstens ein paar mittelgroße Problemchen zu lösen: So bedarf es einer etwas längeren Diskussion zwischen der Gruppe mit Seiltanzperformance und den Technikern, um den exakten Ort und die Befestigung für das Seil zu klären. Letztlich sind alle Beteiligten zufrieden mit zwei größeren Bäumen, die kurzerhand als Sicherung dienen. Dass dafür eine Rundbank etwas gewaltsamer entfernt werden muss, die um den Stamm angebracht ist, ist eher ein Nebenschauplatz für unsere Technikcrew, denn: „Drei dicke Schrauben und die ist nachher wieder dran. Das passt schon.“ Ungewöhnliche Probleme bedürfen eben manchmal einer ungewöhnlichen Lösung …

Alles in allem waren es wieder zwei arbeitsreiche, aber schöne Tage voller Sonne, fröhlicher Menschen, Theater, Tanz, Humor, Akrobatik, Action und Poesie, Feuer und Wasser …

Bis nächstes Jahr im August, wenn unser kleines Festival tatsächlich 25 Jahre alt wird!

 

Interessierte sind herzlich willkommen, sich im Netz über das Festival und den Veranstalter und dessen weitere Projekte zu informieren.
Zudem werden immer fleißige Helfer gesucht, konkretes Interesse an der Projektgruppe kann gern via Email an Chantal Heck (Projektleitung) bekundet werden.

 

Einige Impressionen vom Samstag, 18.08. und Sonntag, 19.08.2018.
Fotos: Greta Arntz

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