Der Supersommer neigt sich seinem Ende zu, es herbstelt allmählich – und passend dazu gibt es an diesem Abend im Limburgzaal des Theaters Heerlen auch etwas schwerere Kost: Die Einstürzenden Neubauten präsentieren im Rahmen des internationalen Kulturfestivals Cultura Nova ihr Programm „Lament“.

Dabei handelt es sich um eine musikalische Aufarbeitung des ersten Weltkrieges, die dem Publikum mehr in Form einer Sound-Performance als in der eines Konzerts präsentiert wird. Seinen Ursprung hat das Programm in einem Auftrag für die belgische Region Flandern, einen Auftakt für eine Veranstaltungsreihe zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg in der belgischen Stadt Diksmuide“ zu vertonen.

Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen: Gewohnt experimentell und durchaus abwechslungsreich inszenieren die Soundkünstler beispielsweise Kriegstage als Trommelschläge auf Plastikrohren, bauen Live-Audiomitschnitte von Kriegsgefangenen ein und spielen zwei Stücke der Harlem Hell Fighters (des ersten farbigen US-Regiments, das nebenbei Jazz machte).

Der Sound im Saal ist hervorragend, das Heerlener Publikum lauscht ganz gespannt – und erfreut sich nach ausgedehntem Applaus zweier Zugaben der 1980 gegründeten Berliner Band um Frontmann Blixa Bargeld, der an diesem Abend bester Laune zu sein scheint und zwischendurch sogar mit dem Publikum plaudert. Insgesamt wirkt die Band, die an diesem Abend von einem Streicher-Quintett unterstützt wird, gut aufgelegt. Zwar „stürzt auf der Bühne nichts mehr ein“, um eine Stimme aus dem Publikum zu zitieren, aber die fünf Performancemeister sind sehr konzentriert bei der Arbeit und sorgen für einen gelungenen Abend.

Cultura Nova läuft noch bis zum 02. September. Es vereint Performance, Film, Tanz, Musik, Zirkus, Talks zu aktuellen Themen und Ausstellungen.
Wer sich über das Programm informieren möchte, der kann das auf der Webseite des Festivals.

Weitere Informationen zum Projekt „Lament“ gibt es auf der Webseite der Einstürzenden Neubauten.

Fotos: Greta Arntz

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