Zum ersten Mal hat die MOVIE eine Ausstellung organisiert – „Sad, but true“. Fotoarbeiten von vier Aachenern, darunter zwei Redaktionsmitglieder, waren am letzten Wochenende, von 21. bis 23. September 2018 zu sehen. Die Teilnehmer: Birgit Franchy, Eckhard Heck, Johannes Twielemeier und Jochen Windgasse. Die Location: die Gravieranstalt in der Ottostraße, ein noch recht junger Raum für Kunst und Musik, der sich aber schon fest etabliert hat und mit seinen sehr schönen und flexibel bespielbaren Räumen ein ideales Ambiente bot.

Die Arbeiten von Birgit Franchy stammen aus verschiedenen Serien und sind über einen Zeitraum von rund zehn Jahren in Aachen entstanden. Fotos aus dem Theater K, bevor es die Bastion Bastei räumen musste, Fotos von geschlossenen Ladenlokalen, von aufgelösten Haushalten und leeren Fotoalben. Die schwarz-weiß-Fotografien von Eckhard Heck – als Diashow gezeigt – reichen bis Mitte der 80er Jahre zurück. Seine charmant selbstgebaute „Time Machine“ als Projektionsapparat präsentierte die Dias so sinnlich und leuchtend, dass jedes iPad vor Neid erblassen würde. Johannes Twielemeier, neben seinem Hauptberuf als Steinmetz auch Dozent für Fotografie an der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, arbeitet seit einigen Jahren an der Serie „Ach Aachen“, bei der er Situationen und Szenerien aus dem Alltagsleben einfängt, teils surreal, teils lakonisch, mit sicherem Blick für Komposition und Farbstimmung. Im Rahmen von „Sad, but true“ präsentierte er eine Auswahl der Arbeiten. Jochen Windgasse zeigte Ausschnitte aus zwei Serien, „Schlafplätze der Welt“ und „Ausgewilderte Lebensmittel“. Vor allem zu letzterer haben einige Besucher die Vermutung geäußert, die Bilder seien inszeniert gewesen (an dieser Stelle sei versichert: sie sind es nicht sind). Erfreut haben sich so oder so viele daran.

Freitag war die Eröffnung und pünktlich zum kalendarischen Herbstbeginn wurde es draußen recht ungemütlich. Doch ab 19:00 Uhr füllte sich die Gravieranstalt langsam bis es gegen 21:00 Uhr recht voll wurde. Harald Jakobs aka DJ 110 % bespielte den großen Raum an den Turntables sehr souverän, mit gutem Gespür fürs Timing und einer stilistisch recht breiten Palette an Tracks. So wurde es dann viele gute Gespräche später auch insgesamt ein wenig länger als geplant.
Samstag waren direkt ab 14:00 Uhr schon die ersten Gäste da, das zog sich durch den ganzen Nachmittag und am Abend legten Eckhard Heck und Volker Fleck passend zum Ausstellungstitel traurige und melancholische Musik, vorwiegend aus den Genres Country, Blues und Singer/Songwriter auf. Der Designermarkt im Troddwar am Kaiserplatz, der abends parallel stattfand, spülte dann noch ein paar mal ein recht junges Publikum in den Laden, dazu gesellten sich die einen oder anderen Bekannten, so dass es später dann doch wieder recht voll wurde und der Abend sehr entspannt ausklang.
Der Sonntag zeigt sich dann von seiner sehr herbstlich-stürmischen Seite, trotzdem bahnten sich genug Fotografieinteressierte einen Weg durch den Regen in die Ausstellung. Als wir gerade abbauen wollten, kam noch einmal ein Schwung an Leuten vorbei.

Alles in allem ein rundum gelungenes und lockeres Wochenende. Vielen Dank an Michael von der Gravieranstalt für die sehr angenehme Zusammenarbeit und an alle, die da waren. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung.

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