Viel mehr als nur Suicide Commando

„Natürlich sind die meisten Leute zuerst wegen ‚Suicide Commando‘ zu den Konzerten gekommen, da machen wir uns gar nichts vor. Aber die meisten sind mit dem Gefühl nach Hause gegangen, das dies gar nicht unser bester Song ist und dass wir noch wesentlich mehr zu bieten haben.“
So liest es sich auf der Website der beiden Kieler Andy Schwarz und Tina Sanudakura, die nach einer recht turbulenten Bandgeschichte vom elektronischen Quartett „No More“ übrig geblieben sind.

Was sich nach einem erfolgreichen Konzertabend im Musikbunker sagen lässt: Der typische Sound der Band klingt durchaus anders als der Megahit, den die beiden natürlich auch heute wieder in ihr Set eingebaut haben. „Der einzige Song, den wir bisher in jedem Set gespielt haben“, moderiert Andy Schwarz das Stück an. Es wirkt im Vergleich zum restlichen Abend blechern und beinahe flach, wenn auch gut gealtert – schließlich hat der Song ja wirklich bereits 37 Jahre auf dem Buckel; genau wie seine Schöpfer, und die sind ebenfalls gut gealtert.

Entspannt und gut gelaunt geben die beiden im kuscheligen Kneipenraum des Bunkers scheinbar ihre gesamte Bandbreite zum Besten. Angefangen bei Stücken aus der Anfangsphase ihrer Bandgeschichte („French Kisses“) über Songs aus den letzten Jahren wie „The Grey“, dessen Sound im Wesentlichen durch den Gesang des Teremins bestimmt wird, bis hin zu wavigen Coverversionen bekannter Popstücke wie Roxy Musics „Love is a drug“ oder Bowies „Heroes“ ist so ziemlich alles vertreten, was im Laufe der Jahre unter dem Namen „No More“ entstanden ist. Den Abschluss des Abends bildet das Stück „A rose is a rose“, das mit seinen wummrigen Beats und dem singenden Keyboard einen guten letzten Eindruck hinterlässt.

Fotos: Greta Arntz

zurück Dinner For Few
weiter Die Bürger kaufen der Stadt einen Zoo