Das umtriebige Lagerfeuer-Trio ist in den rund 14 Jahren seines Bestehens gefühlt in so ziemlich jedem Veranstaltungsort von der Eifel bis zum Niederrhein bereits jeweils mindestens elfmal aufgetreten, um seine partykompatiblen Coversongs vor feierwütigen Menschen zu intonieren – und dabei auch selbst jede Menge Spaß zu haben. Man munkelt, sogar ein Gig vor Königin Silvia von Schweden sei dabei gewesen. Nun erscheint ein kleines Album mit sechs selbstkomponierten Stücken. Die Songs rund um Weltschmerz, Erledigungsblockaden oder Berufsverkehr beweisen ein Gespür für eingängige Melodien, ein weit gestreutes Themenfeld bei den (deutschen) Texten sowie eine satte Produktion, die mit ausgereiften Arrangements inklusive Chorus-Backgrounds und kleinen Soundtüpfelchen überzeugt.
Wir haben das Album-Release von „Bleib hier“ zum Anlass genommen, Bernd Weiss, Heiko Wätjen und Yann Le Roux ein paar Fragen zu stellen.

MOVIE: Schätzung: Wie viele Zuschauer haben in den letzten 14 Jahren eure Konzerte insgesamt gesehen?
Bernd: Ganz schwer, bin da mal ein exemplarisches Jahr durchgegangen und hab das mit 14 multipliziert, das wären dann ca. 250.000.
Heiko: Ca. 100.000.
Yann: Mit Wiederholungstätern ca. 150.000.

Eure Top-3-Songs auf Gigs, die ihr immer wieder gerne spielt?
Bernd: Cover: „Bohemian Rhapsody“, „Hey 
Jude“, „Smells Like Teen Spirit“. Eigene: „Bis ans Ende der Welt“, „Auswärtsspiel“, „Bleib hier“.
Heiko: Cover: „The Boxer“, „Bohemian Rhapsody“, „Westerland“. Eigene: „Bleib hier“, „Bis ans Ende der Welt“, „Ich kann rocken“.
Yann: David Bowie – „Space Oddity“, Fettes Brot – „1996“, Queen – „Bohemian Rhapsody“.

Welche anderen Bands/Sängerinnen/Sänger hört ihr zurzeit?
Bernd: Jack Johnson, Bossa Nova aus den 60ern, Ron Spielman.
Heiko: Ganz aktuell „1982“, das Kollabo-Album von Marteria und Casper, ansonsten immer wieder meine Dauerfavoriten, beispielsweise Selig, Niels Frevert, Del Amitri, Ezio, außerdem viel Jazz, aktuelle Wiederentdeckung: „The Art of the Trio“ von Brad Mehldau.
Yann: Ron Spielman, PJ Harvey, Pink Floyd.

Was ist euer lustigstes und/oder bizarrstes Konzerterlebnis?
Bernd: Privater Auftritt vor dem schwedischen Königshaus (Carl Gustaf, Silvia, Victoria, Daniel …) plus Anhang in einer belgischen Location unter strengster Geheimhaltung und Einsatz von Sprengstoffhunden. Oder wahlweise unsere Woche im Bierzelt in Tokio als deutsche Stimmungskapelle mit englischen Texten.
Heiko: Da gab es etliche, aber der Sound, der aus der PA kam, als mein Kontrabass nach einem Bühnenstunt von der Bühne anderthalb Meter in die Tiefe fiel und unten unsanft aufschlug, ist mir doch im Gedächtnis geblieben …
Yann: Immer wieder Köln. Das ist wie Stopptanz: bewegen nur bei Kölschen Liedern …

Und exklusiv für MOVIE-Leser: Der Schlüssel zu eurem Erfolg ist …?
Bernd: Immer 100 % geben und nie aufgeben, egal wie schwierig die Bedingungen erscheinen mögen, Spontanität und Interaktion.
Heiko: Ernsthafte Antwort: niemals und unter keinen Umständen einen Auftritt vor dem letzten Ton aufgeben.
Weniger ernsthaft: eine einzigartige Mischung aus sehr großem Mundwerk, akzeptablem äußerem Erscheinungsbild und gerade ausreichender musikalischer Kompetenz.
Yann: … gut versteckt im Tresor unter einer Schweizer Bank.

Am Samstag, dem 22. Dezember, spielen Lagerfeuer ein Jahresabschlusskonzert im Franz.

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