D 2018 | Regie: Caroline Link, Darsteller: Julius Weckauf, Luise Heyer, Sönke Möhring, Joachim Król, Diana Amft, Elena Uhlig, 99 Min.
Auf die erfolgreiche Kinoadaption von Hape Kerkelings Jakobsweg-Bericht „Ich bin dann mal weg“ folgt nun „Der Junge muss an die frische Luft“ nach dem autobiographischen Bestseller des Entertainers. Buch wie Film behandeln Kerkelings Kindheitserlebnisse und somit die Wurzeln seiner Comedy-Karriere. Die Handlung setzt 1972 ein, als der damals neunjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) mit seiner Familie in Recklinghausen lebt. Indem er die Erwachsenen nachahmt und – wie er selbst meint – seine Peinlichkeit bewusst einsetzt, bringt der aufgeweckte Bub seine Verwandtschaft zum Lachen. Als seine Mutter Margret (Luise Heyer) an einer Depression erkrankt, will Hans-Peter ihre Traurigkeit mit Humor mildern … Vom adäquaten Dialekt bis zur akkuraten Ausstattung verströmt das von Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) inszenierte Biopic jede Menge Ruhrpott-Romantik. Die recht häufig eingespielte Musik von Niki Reiser („Im Winter ein Jahr“) unterstreicht die warmherzige Atmosphäre, die tieftraurige Momente beinhaltet, ohne niederschmetternd zu sein. Die liebenswert-nostalgische Tragikomödie punktet insbesondere mit dem Kinderdarsteller Julius Weckauf, der Kerkeling sehr ähnlich sieht und die Hauptrolle mit natürlichem Charme stemmt.

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