Büchel 14 in Aachen – das Haus, dessen Ursprung bis 1450 zurückgeht, hat schon eine große Geschichte hinter sich. Der Gewölbekeller überstand den Aachener Stadtbrand, später auch die Weltkriege. Alteingesessenen Aachenern dürfte es besser als Charlys Leierkasten im Gedächtnis geblieben sein. Jüngere Partygänger haben noch vor zwei Jahren im Kellergewölbe Charlatan gefeiert oder im Common Sense gegessen. Seit Dezember ist die „Rote Burg“, wie eins der ältestens Bürgerhäuser in Aachen früher hieß, ein Museum. Jörg von der Laage stellt hier seine Sammlung mit über 200 Werken des Künstlers Emil Orlik aus. Damit hat er sich einen Traum erfüllt und der Stadt so nebenbei einen schönen neuen Ausstellungsort geschenkt.

Der bekannte Aachener Psychologe von der Laage sammelt bereits Kunst, seit er während seines Studiums in München mit vielen jungen Künstlern befreundet war. Er verkaufte deren Kunst und durfte im Gegenzug immer wieder ein Werk behalten. Dies war der Grundstock seiner Sammlung. Immer wieder tauschte er Werke ein. Eines Tages fiel ihm dabei eine Arbeit von Emil Orlik in die Hände und weckte seine Leidenschaft. Seitdem widmete er seine Sammelleidenschaft dem Zeichner und Grafiker.

Dieses Werk von Emil Orlik weckte die Sammelleidenschaft | Foto: Birgit Franchy

Orliks (* 21. Juli 1870 in Prag; † 28. September 1932 in Berlin) Werk umfasst zahlreiche Porträts bedeutender Zeitgenossen wie zum Beispiel von Henrik Ibsen oder Rilke, außerdem zeigte er das Landleben, Menschen bei der Arbeit, Landschafts- und Stadtmotive. Bereits als 20-Jähriger zeigte sich sein großes Talent.
Später nahm er auch werbliche Aufträge an. Im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck entwarf er Sammelbilder für Stollwerck-Sammelalben. Ebenso illustrierte er viele Buchtitel, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Die meisten seiner Arbeiten sind Radierungen und Holzschnitte sowie Aquarelle.

Jörg von der Laage hegte bereits seit 20 Jahren den Traum, die Werke auszustellen, die er bislang in seiner Praxis lagerte. Vor einem Jahr kaufte er die „Rote Burg“ und sanierte sie aufwendig. Die Räume sind so einladend und hell, dass man im ersten Augenblick glaubt, sie seien mit Oberlichtern beleuchtet, jedoch ist es eine ausgefeilte LED-Technik, die die Ausstellung ins richtige Licht setzt.
Alte Stilelemente wie Holzböden und Raerener Fliesen hat von der Laage aufwendig restauriert. Im Keller befindet sich ein Cafébereich, wo Besucher etwas trinken können. Hier hängen derzeit Werke, die in Emil Orliks Japanzeit entstanden sind. Die flexiblen Metallelemente vor den Wänden lassen jedoch diverse Hängungen zu – hier sollen in Zukunft Wechselausstellungen stattfinden. Zudem soll es Lesungen und Konzerte geben. Derzeit ist von der Laage auf der Suche nach einem Flügel.

Büchel-Museum: Im Kellergewölbe werden Wechselausstellungen stattfinden | Foto: Birgit Franchy

Das Museum ist von Donnerstag bis Sonntag von 12:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist bis 22 Jahre frei.
Eintritt: Erwachsene 6 Euro
Führung: 5 Euro
Gruppenführungen mit anschließendem Café und Kuchen möglich!
Anmeldungen für Führungen: Jörg von der Laage, 0171 4224434

Das Museum finanziert sich durch einen Förderkreis. Derzeit hat es schon 60 Mitglieder!

Wer sich für die Geschichte des Hauses interessiert findet hier weiterführende Infos:
Büchel-Museum / Geschichte ROTE BURG

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