NIKE – Premiere im Theater K

„Sie haben noch fünf Sekunden Zeit, um den Raum zu verlassen und sich dagegen zu entscheiden, Nike anzusehen“ – alle bleiben auf ihren Plätzen, und eine Leinwand hebt sich und gibt den Blick frei auf ein skurriles und vor allem lebendiges Ausstellungsobjekt. „Sie ist wach!“ Auf einem Drehsessel, ein Fell zu Füßen sitzt sie wie auf einem Thron und mustert die Besucher mit durchdringendem Blick. Nike, benannt nach der griechischen Göttin des Sieges, ist die erste Serienlustmörderin der Kriminalgeschichte. Über 19 Männer soll sie ermordet haben. Alle waren über 50, gebildet … und wurden enthauptet. Kurios ist jedoch, dass die Köpfe der Opfer nie gefunden wurden.

Da die rätselhafte Nike nicht über ihre Taten spricht und stattdessen über die alten Helden- und Göttergeschichten der griechischen Mythologie kommuniziert, hat sich eine große Fangemeinde um sie gebildet, die ihr unter anderem regelmäßig Briefe schreibt – einzuteilen in die Kategorien Autogrammwünsche, Fragebögen von Psychiatern und „Kummerkasten“. Doch bei aller Faszination sollte man Nike besser nicht auf die Probe stellen.
Regisseurin Agma Formanns bringt mit „NIKE“ eine Geschichte von Thea Dorn ins Ludwig Forum, die wohl an keinem anderen Ort als dem Museum derart zum Leben erweckt werden kann. Neben Mona Creutzers Darstellung von Nike, die zwischen neurotisch und verstörend brutal schwankt und zum Ende hin eine Wendung nimmt, bringt auch die Art der Inszenierung an sich einige Überraschungsmomente mit sich. Wer ist hier Zuschauer, wer Schauspieler? Ist Nike wirklich das, was gesagt wird? Ein skurriles Stück, das mit übersteigerter Gewalt und der düsteren Faszination für das Böse spielt. Schaurig und situativ komisch. (Sabrina Marx | Foto: Theater K)

„NIKE“ wird noch bis zum 24. März im Ludwig Forum zu sehen sein. Karten gibt es an den bekannten VVK-Stellen sowie über das Büro des Theater K: 0241 151155, theater-k@arcor.de, theater-k.de

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