Eine Umleitung hat Tontechniker Thomas Gregel an der leerstehenden Halle von Messebauer Michael Hauch vorbeigeführt. Das ausladende Anwesen an der Geilenkirchener Straße war bereits vieles: Hühnerstall, Tanzcafé, Jägerheim und Spielcasino. Gregel war schon länger auf der Suche nach einer Veranstaltungslocation – und konnte Hauch überzeugen. Die große Halle wurde saniert und mit neuer Bühne und Technik ausgestattet. Und so betreiben die beiden seit April 2018 das Rockheaven, eine neue Konzerthalle für die Region und Bühne für alles, was rockig und laut ist.

Micha Hauch und Tommy Gregel – die Männer hinter dem Rockheaven

Aldenhoven liegt von Aachen aus an der A44, ein paar Kilometer vor Jülich. Es gibt eine Tankstelle und eine Filiale der Fastfoodkette mit dem großen M daneben sowie mehrere Imbissbuden. Hierhin fahren auch Busse. Rockheaven, der neue Himmel für Rockmusikliebhaber, liegt aber nicht in Aldenhoven, sondern ein ganzes Stück außerhalb, am Rande des Ortsteils Dürboslar. Wer dorthin gelangen möchte, ist aufs Auto angewiesen. Auf Google Maps wird der Veranstaltungsort noch als Jägerheim ausgewiesen, denn hier auf dem offenen Feld traf man sich früher zur Hasen- und Fasanenjagd. Das große Gebäude von 1823 hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, es soll tatsächlich neben einem Treffpunkt für Jäger auch Tanzcafé und später Spielcasino gewesen sein. Entsprechend misstrauisch wurde Walburga Hauch beäugt, als die Gastwirtstochter, die hinter dem Tresen steht, seit sie 14 Jahre alt ist, vor rund 40 Jahren das Gebäude kaufte. Was würde sie mit dem Gebäude vorhaben?
Inzwischen sind die Nachbarn daran gewöhnt, dass auf dem riesigen Grundstück die unterschiedlichsten Gewerke ihre Heimat finden. Einer der Säle der alten Kneipe ist Treffpunkt der Funny Dancers – Countrytänzer, mit denen auch Walburga Hauch das Tanzbein schwingt. In der Großküche kocht sie für 20 Senioren, die sich nicht mehr selbst versorgen können, und den Blumenladen auf dem Grundstück haben Walburga und Michael Hauch auch übernommen.

Walburga Hauch – die gute Seele Backstage

Was das Rockheaven selbst anbetrifft, so ist Gregel, der schon einige Erfahrung in der Branche hat, für das Booking zuständig. Er versucht einen Mix aus Newcomern, Rock-, Cover- und Tribute-Bands zu finden. „Metal zieht“, ist sein erstes Fazit. Man habe sich schon ein kleines Stammpublikum aufbauen können, berichtet er über die vergangenen Monate. Und unbekanntere Bands, die teilweise ein extremes Potential besitzen, erhalten im Konzert-Doppelpack mit einer bekannteren Combo die Möglichkeit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.

Wer zum Rockheaven kommt, findet Parkplätze vor der Türe und entlang der zwei angrenzenden Straßen. Gregel und Hauch freuen sich, dass von dem Laden keine Lärmbelästigung ausgeht. Wie überall appellieren sie jedoch an Besucher, nach dem Konzert auf der Straße nicht zu laut zu sein, denn das sind wohl allerorts die Themen, die dann in der Nachbarschaft für Unmut sorgen.

Auch im Februar/März stehen wieder zahlreiche Konzerte an. Einlass ist ab 20:00 Uhr, die Termine stehen im Musikkalender und auf rockheaven.info.

Die Künstler freut’s: Uriger Backstagebereich
Wirtschaft seit 1823: Gasthaus zum Jägerheim
Funny City (Backstage Rockheaven)
zurück David Lynch – Someone is in my House
weiter Ponte City