Privilegiert bis ins Letzte wuchs ich ab 8 Jahren in 1 1familienhaus auf; immer unter dem von der Elterngeneration ausgegebenen Motto „Wenn man 1 Haus zusammen abbezahlt, lässt man sich nicht scheiden!“ So guckte ich 4ächtlich auf die Menschen von der gegenüberliegenden Straßenseite, da diese in 1 Block lebten, in dem ich heute übrigens selbst wohne! Ich guckte auf dem Weg zur Schule, wie 1 Malerlehrling von dort müde zur Arbeit schlich, später, wie 1 Klassenkameradin von dort mit dem Bus zu ihrer Bäckereifach4käuferinlehre fuhr. Ich dachte, dass die Menschen aus den Blocks anders sind, aber später wusste ich (auf jedem Parkett zu Hause!), dass das Glück überall wohnen kann, auch in der schäbigsten Kaschemme, obwohl ich es anders beigebracht bekommen hatte. In meinem Block, der von außen eher dem 60er-Jahre-Chic entspricht, habe ich 1 Kleinappartement neben mir. Das ist schon 1 paar Stories wert. In den winzigen Parzellen wohnen häufig Alleinstehende, bis sie also auch 1 Haus zusammen mit jemand angehen so als Aufgabe im Leben. 1. Zunächst wohnte da 1 schöne blonde Kindergärtnerin in 1 heilen Märchenwelt mit ihren 2 Kaninchen. Diese krochen dicklich über den Kunstfaserteppich und chillten, sie aber träumte am Fenster. Später hörte ich Hilfeschreie aus ihrer Wohnung und wollte die Polizei rufen. Im Flur lauschend aber erkannte ich, dass sie wohl 1 Typen zu Besuch hatte; bald darauf ging sie mit glückstrahlendem Gesicht zur Arbeit im Kindergarten; dann war sie plötzlich weg. 2. 1 4rückter wohnte auch hier, der stand immer reglos im Treppenhaus an den Briefkästen oder halbnackt in den Büschen draußen; manchmal hockte er auch wie 1 Frosch am Treppengeländer, gelegentlich betätigte er den Lichtschalter im Treppenhaus 100x am Stück und ich traute mich nur noch mit Gas in der Dose die Treppe herab. Als er 1ner Nachbarin durch Dauerklingeln und Schläge mit 1 Stock an die Tür oder Fußmattenkratzen zu sehr auf den Zeiger fiel, wurde er für immer abgeführt und weggeschlossen. 3. 1 kleiner eleganter Dauerredner 4mietete seine Wohnung unter, da er in der Karibik Strohhalme 4kaufen ging; da kam 1 Peruaner, der mit Edding seinen Namen außen an die Haustüre schrieb. Er schellte 1es Abends bei mir, weil er Stromausfall hatte und tippte 4zweifelt auf seinem Handy herum, wohl wollte er in Peru um schriftliche Hilfestellung anfragen, ich taperte in seine dunkle Wohnung und regelte seinen Stromkasten; überall lagen Cornflakes und Tüten verstreut herum. 4. 1 Paar aus dem Osten, aussehend wie Elfen aus Koboldland, regelte seine Beziehungsprobleme im Treppenhaus und an der Wohnungstüre. Nachdem sie die Kacheln in Küche und Bad sonntags alle abgeschlagen hatten (mit 1 winzigen Hammer!), fühlten sie sich dort besonders wohl und hatten wieder genügend Energie für Streitereien. Da Kratzen an Türen anscheinend dazugehört, konnte ich durch den Türspion beobachten, wie er draußen wimmernd dieser Tätigkeit nachging und dann, als er wieder lieb war, kurzum nochmalig hereindurfte, das leider auch gerne n8s. 5. Das mit den Blumen, die ich goss, hab ich schonmal erzählt. Da hab ich den Balkon unter mir nass gemacht und bekam Ärger, obwohl es doch auch häufig regnet in Aachen. 6. Da4 hab ich schon häufig Butter, Eier und Backpulver von 2012 (Ablauffrist) hier 4liehen und immer wiederbekommen, was gar nicht nötig war. Ich liebe den Block. (Obwohl ich schon Angebote 4 1familienhäuser bekommen habe; aber wenn der Mann doch Fuß- und/oder Nagelpilz und/oder nur noch Zahnstumpen im Mund hat (das ganz ohne Abusus v Crystal Meth, nur durch mangelnde Zahnhygiene!), was soll ich machen, da sag ich halt nein.) MADxxx

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