durch die Gnade der späten Geburt ist die Hochphase der Buddy-Cop-Komödien an mir vorbeigegangen. Für „Nur 48 Stunden“ (1982) war ich noch zu ungeboren, für „Lethal Weapon“ (1987) noch zu jung, sodass ich mir erst für „Lethal Weapon 4“ (1998) eine Kinokarte erwerben konnte. Ungefähr in diese frühe Phase meines Kinogänger-Lebens fiel die Erkenntnis, dass Filme auch nicht unterhalten können.

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eines meiner liebsten Filmgenres sind Hitchcock-Filme ohne Mitwirkung von Alfred Hitchcock. Brian de Palmas „Der Tod kommt zweimal“ (1984), Roman Polanskis „Der Ghostwriter“ (2010) und insbesondere „Todesstille“ von Phillip Noyce (1989): Ein australisches Ehepaar unternimmt einen Segelturn durch den Pazifik, um ein traumatisches Ereignis hinter sich zu lassen – bis sie auf offener See den einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs aufnehmen.

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Liebe Leser, können Sie sich noch an eine Zeit erinnern, in der man einen Blockbuster im Kino sehen wollte, einfach um unterhalten zu werden? Für Kinofilme gab es noch keine Teaser für Teaser-Trailer oder Expanded Trailer, die im Vorfeld von YouTubern überanalysiert wurden. Auch versuchten noch keine elaborierten Leitartikel, den Kinogänger in moralische Geiselhaft zu nehmen: Der Kauf eines Kinotickets bedeutete ausschließlich, dass man einen Film sehen wollte

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natürlich ist ein Academy Award genauso unbedeutend wie ein Golden Globe, dessen Gewinn mittlerweile nur noch Beachtung findet, weil die Presse glaubt, von diesem Prognosen für den Oscar-Anwärter ableiten zu können. Obwohl alle Preisverleihungen lächerlich sind, das Spekulieren ist doch zu schön und in Form von Steven Gätjen sichert die Verleihung auch deutscher Arbeitsplätze.
Tragisch nur, dass das Oscar-Rauschen im Vorfeld mittlerweile länger wirkt als die prämierten Filme.

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Liebe Leser, entschuldigen Sie meine Abwesenheit. Ich hatte ein paar Videokassetten zurückzubringen. Doch habe ich etwas verpasst? Sagen Sie es mir. Der Kino-Dezember kapituliert jedenfalls schon einmal vor Die letzten Jedi. Ach wäre dem nur so. Nach zwei uninspirierten Star-Wars-Filmen aus dem Hause Disney macht sich bereits ein Sättigungsgefühl wie nach fünfzehn Marvel-Filmen breit. Trotzdem wird das Publikum den Film mit Foie-Gras-Augen schlucken und nach mehr schreien, bis Kino oder Gänger platzen (voraussichtlich ab 14.12.17).

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Das Maß ist voll. Der Migrationswelle muss Einhalt geboten werden, der Schwall unverkrampfter Komödien zu diesem Thema gefährdet die schweighöferische Naturlockendominanz deutscher Lichtspielhäuser. In seelenlosen Abzock-Erzeugnissen hat man Blond zu tragen! Wir lachen über Otto & Til, nicht über Key & Peele! Zugegeben, anfangs waren wir noch optimistisch: Oma hatte in einer französischen Komödie lernen können, dass Schwarze nicht nur klauen und Weiße im Rollstuhl schieben. Aber hätten wir diese Komödie damals bloß nie in unser Land gelassen! So aber nahmen wir unzählige unkontrollierte Produktionen auf, alle mit schlimmen Absichten. Elyas M’Barek rief mit Fack Ju Göthe „kanackendeutsch“ zum Gipfel deutschen Humors aus, ehe in „Willkommen bei den Hartmanns“ versucht wurde, derlei Vorurteile ironisch zu brechen.

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Noch lange bevor Hollywood den chinesischen Markt entdeckte, um Blockbuster-Flops in die schwarzen Zahlen zu retten, beriefen sich faule Filmschaffende auf eine andere Zielgruppe, die Cineasten ebenfalls numerisch weit übersteigen: Kinder. Diese sind uns seit jeher nämlich nicht nur körperlich weit unterlegen (ich behaupte, mindestens acht von ihnen ohne nennenswerte Blessuren gleichzeitig ausschalten zu können), sondern auch geistig. Kinder sind anspruchslos. Ähnlich der Katze vor einem Laserpointer geben sich Kinder allein mit grellen Effekten zufrieden.

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Das einzig höchst bedenkliche an Edgar Wrights Baby Driver ist, wie aggressiv der Film mit den ausnahmslos positiven Kritikerbewertungen beworben wird. Kritiker sind auch nur Menschen, wenn auch bessere. Auch ich habe dem Film nichts entgegenzusetzen. Edgar Wright (u. a. Hot Fuzz, Scott Pilgrim) hat in seiner Rolle als Drehbuchautor noch keinen schlechten Film geschrieben. Bei jedem anderen Regisseur wäre eine Gaunerkomödie rund um ein iPod-abhängiges Milchgesicht wohl als Guy-Ritchie-Film verendet. Edgar Wright setzt sich stattdessen selbst die Krone auf.

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Es gibt derzeit einige gute Serien auf Netflix. „Better Call Saul“ und „Master of None“ zum Beispiel. Was ich damit sagen möchte, ist: Es gibt wirklich gute Serien auf Netflix. Sogar Filme. Währenddessen können Sie die Hose ausbehalten und Milch direkt aus der Tüte trinken. Sie können diesen Monat aber auch zwölf Euro dafür investieren, sich nachfolgende Filme mit den Nacho-Schmatzgeräuschen fremder Menschen untermalen zu lassen:

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Liebe Leser,
„Victoria (Virginie Efira) ist Anwältin in Paris, Ende 30, alleinerziehend, hat ein lockeres Sex-Leben und ist charmant-egozentrisch […]“, droht der deutsche Pressetext zu Victoria – Männer und andere Missgeschicke. Dabei weiß der geneigte Ächter französischer Komödien, dass es erstens nach Isabelle Huppert (zuletzt in Verhoevens „Elle“) keinen weiteren Bedarf an französischen Frauen auf und abseits der Leinwand gibt …

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Liebe Leser,
8. Acht. Fast and the Furious 8. Lassen Sie das einen kurzen Moment sacken. Längst hat die Fast-and-the-Furious-Reihe alle Bewertungsmaßstäbe hinter sich gelassen. Dachten die ersten drei Teile noch, sie seien echte Kinofilme, ist inzwischen nicht mehr klar, ob und wann zwischen Meta-Proleten-Satire und Kunstinstallation oszilliert wird:

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