CREATIVE.NRW, das Netzwerk der Kreativen in NRW, hat als Kompetenzzentrum des Landes zum ersten Mal fünf CREATIVE.Spaces für ihre außergewöhnliche Leistung im Bereich Vernetzung nicht nur unter Kreativen, sondern auch mit Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Die Designmetropole Aachen war unter den glücklichen Preisträgern. Während des Jahres besuchten sich die Netzwerke im Rahmen einer Roadshow untereinander, um gegenseitig von ihrer Ideenvielfalt zu profitieren. Im Dezember luden
Patricia Yasmine Graf und Fabian Seibert von der Designmetropole nach
Aachen ein. Wir waren dabei und stellen die Netzwerke und ihre Ideen kurz vor.

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Es gibt nichts Entspannteres, als an einem Samstagnachmittag am Bushof in die Linie 65 einzusteigen und sich auf den Weg ins winterliche Kornelimünster zu machen, außer vielleicht, in die Linie 35 einzusteigen, die ein ähnlich kontemplatives Erlebnis bietet. So oder so kommt man am Napoleonsberg heraus, von wo aus man das ehemalige Kloster, in dem das Kunsthaus NRW residiert, bereits sehen kann. Momentan laufen dort parallel die Ausstellungen „reflecting – zeitbasierte Kunst aus NRW“ und „Sammlung mit losen Enden 03: 21. Jahrhundert“.

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Ein buntes Programmpotpourri hat der Kulturbetrieb der Stadt Aachen für das erste Halbjahr im Alten Kurhaus vorbereitet. Seit 18 Jahren betreibt er die Location, die sich von Anfang an einer großen Beliebtheit unter den Aachenern erfreuen konnte, was nicht zuletzt am prunkvollen Ballsaal liegt. Die Klangbrücke bietet eine Tür weiter mit klassischer Konzertbühne und Tribüne mit gepolsterten Holzstühlen einen bodenständigen Kontrast. Diverse Veranstalter haben hier die Möglichkeit, ihr Programm vor ein Publikum zu bringen, und nutzen dies auch rege.
Im Januar wird hier der 1.000.055th Art’s Birthday gefeiert.

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Wir wissen nicht, ob diese sympathische Dogge, die hier gerade ein Auge auf eine Fleischspezialität geworfen hat und vorne auf dem Cover stoisch eine Kette von Würsten auf der Schnauze balanciert, der Hund des Malers ist. Fest stehen jedenfalls die Titel der Werke, das linke ist „Caesar am Rubikon“ und das Titelmotiv hört auf den Namen „Ave Caesar, morituri te salutant“ („Heil dir, Cäsar, die Todgeweihten grüßen dich“).

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Es begann alles in einem Supermarkt. Ein Wurstgesicht. Nein, nicht die Kindermortadella an der Fleischtheke, sondern „Der Schrei“ von Munch. Ein paar paisleyförmige Scheiben Schinken zusammen mit Ei, Gurke und Karotte in der Verpackung ergaben das berühmte (und meistgestohlene) Gemälde des Norwegers.

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Als hätte er es geahnt: Justement als wir beschlossen, die nächste MOVIE-Ausgabe der Wurst zu widmen, bombte ein Künstler eine Serie von Wurstbildern an die Wände der Stadt. Die Szene rätselte, wer sich hinter dem Symbol verbirgt. Über Umwege machten wir ihn ausfindig. HNRX, ein junger Künstler aus Österreich, hatte Aachen auf der Durchreise gestreift und sein Markenzeichen hinterlassen. Weil ihm – allen Unkenrufen zum Trotz – unsere Kleinstadt an der Grenze zu Holland und Belgien gefiel, kam er wieder, um zwei Fassaden mit seinen Werken zu veredeln. Wir haben ihm Asyl angeboten.

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Ein Parforceritt von Eckhard Heck durch die aktuellen Expositionen: Noemi Weber / Nobuyuki Osaki: Forschungsprojekt „Die Erfindung der Neuen Wilden“ (Ludwig Forum), Digital Games – Kunst und Computerspiele (Ludwig Forum), Emma Talbot: Open Thoughts (Neuer Aachener Kunstverein), Alemannia 1933 bis 1945 – zwischen Sport und Politik (IZN)

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Ein nasskalter Dienstag im November. Menschenleere Straßen in Monschau, gefüllt nur von einem Printen- und Marzipanduft, wie man ihn vielleicht in der Printenstadt Aachen erwarten würde, aber nicht in Monschau. Das liege daran, dass sie gerade alle Printen bücken, sagt die nette Printenbäckerin, und dass der Geruch unten im Tal hängen bleibe. Gerade wird der Weihnachtsmarkt aufgebaut, die Arbeiter sprechen Rumänisch, sonst hat sich in der Woche vor dem Start des Marktes niemand hierher verirrt.

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Die Redewendung „Das ist doch Schnee von gestern“ steht für Dinge oder Ereignisse, die aus einem bestimmten Grund – meist aufgrund zeitlichen Fortschritts – überholt oder uninteressant geworden sind. Die Empfindung, dass etwas Schnee von gestern ist, kann durch eine Weiterentwicklung oder den vollständigen Ersatz durch etwas Neues entstehen. Interessanterweise scheint sich die Zeitspanne, innerhalb deren etwas veraltet, immer mehr zu verkürzen. Technische Neuerungen bewirken seit jeher einschneidende Veränderungen, die sich auch im Alltag wiederfinden. Die mobile und digitale Kommunikation verstärkt dieses Gefühl noch einmal besonders augenfällig, auch durch immer kürzere Innovationszyklen.

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Aufgrund des großen Interesses wurde die Ausstellung bis zum 10. Dezember 2017 verlängert!

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Auf feinsinnige Weise feiert das Suermondt-Ludwig-Museum in diesen Tagen das fünfzigjährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Reims. Die offiziellen Feierlichkeiten wurden bereits im Januar begangen, doch das Museum legt nun mit einer Ausstellung im Kaminraum nochmal nach. Sie widmet sich noch bis zum 30.12.2017 dem „Poeten der Landschaft“, Camille Corot.

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Gesundheitsschuhe, grauer Stoffrock, Trenchcoat, weißer Stoffhut und schwarze Handtasche – so weit eine gewöhnliche Seniorin. Ein Accessoire im Bild jedoch irritiert: Es ist ein schwarz-gelber Alemannia-Schal, eigentlich nur ein Detail und dennoch bildbestimmend, raumfüllend. Auf dem Foto zu sehen ist eine langjährige Anhängerin des Vereins, die schon zusammen mit ihrem Vater auf den Tivoli ging.
Zu sehen ist das Porträt in der Serie FußballFanFotos noch bis zum 5. November 2017 in Monschau im KuK.

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Ein schwarzer Hund, nur als schwarzer Fleck auf Fotos mit Herrchen und Frauchen zu erkennen. Ein Kaninchen mit Kesks, Kaffeekanne oder Toilettenpapierrolle auf dem Kopf. Eine Frau im Taxi, fotografiert in verschiedenen Orten. Schicke Damen vor Grünzeuge. Menschen, unsichtbar geblieben hinter einem Finger, der die Linse verdeckt.
Erik Kessels hat unzählige Fotografien gesichtet, gesammelt und in neue Zusammenhänge gestellt. Lustig, feinfühlig und auch melancholisch stimmend ist die Ausstellung, die dabei zustande gekommen ist. Diese ist noch bis zum 5. November im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen.

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#KulturinAachen hat es nicht leicht: Kaum wird in ein schönes Festival wie das Kimiko Festival 2017 auf die Beine gestellt, kann man sicher sein, dass sich wieder Anwohner finden, die drei Tage unter den „unverschämt egoistischen, rücksichtslosen Kulturtreibenden“ leiden, Unterschriftenaktionen gegen diese Barbarei sammeln und bei der Stadt einreichen und ihr empörtes Konterfei in die …

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Nach dem Eröffnungswochenende im September mit seinem ambitionierten Veranstaltungskanon spricht jetzt nur noch die (bildende) Kunst im Ludwig Forum. Die Reste einer Performance (vier Säcke Zement?) zieren noch als schöner Nachhall die Mulde, die ansonsten unbespielt bleibt. Sollte es sich bei dem Baustoff wider Erwarten doch um Kunst handeln, schreibe ich im nächsten Heft eine Richtigstellung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 18.02.2018 zu sehen.

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Karl Otto Götz, am 22. Februar 1914 in Burtscheid geboren, starb am am 19. August 2017 im Alter von 103 Jahren. Er gilt als einer der einflussreichsten deutschen Maler der Nachkriegszeit und als Pionier der gegenstandslosen Malerei.
Der Verein Burtscheider Heimatfreunde e. V. möchte den in Burtscheid geborenen Künstler mit einer Gedenktafel ehren. Bis zum 13. Oktober 2017 gibt es in der Sparkasse in Burtscheid Arbeiten aus Privatsammlungen zu besichtigen.

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Parallel zur Vernissage des Fotografen Richard Kalvar beginnt im Monschauer KuK eine neue Ausstellungsreihe mit fotografischen Arbeiten der Gruppe SHIFT, ambitionierter Fotografen der Region. Den Anfang macht Marco Rose vom 17.09. bis 08.10.2017. Gabor Baksay hat ein Interview mit ihm geführt.

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Mit Schwung startet die von September 2017 bis Februar 2018 dauernde Ausstellung Kunst x Kuba – Zeitgenössische Positionen seit 1989 am zweiten Wochenende im September. Im Einklang mit dem Ausstellungskonzept wird das Programm am Samstag und am Sonntag wenig folkloristisch ausfallen, sondern stattdessen namhaften Vertretern der aktuellen Musik- und Tanzszene Kubas eine Bühne bieten. Künstlerinnen wie Susana Pilar Delahante Matienzo, der Tänzer und Choreograph Alexis Fernández oder das Projekt La Macana stehen für eine Generation, die sich längst dem internationalen Einfluss geöffnet hat und mittlerweile auch ganz selbstverständlich die Auseinandersetzung mit der eigenen kubanischen Identität auf die Bühnen der westlichen Welt trägt.

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Wie der Titel andeutet, der frei übersetzt die Stunde/Zeit der Ausgrabung bedeutet, kann man Hiroki Tsukudas Werk als Versuchsfeld verstehen, auf dem in einer wilden Achterbahnfahrt durch die Kulturgeschichte Versatzstücke aus Architektur, Kunst, Grafik, Popkultur und vielem anderen remixt werden. Als Resultat präsentiert Tsukuda grafisch-fotografische Tableaus von wissenschaftlicher Akkuratesse, die jedoch bei genauer Betrachtung selbst …

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35 Künster demonstrieren die Relevanz von Archäologie für die zeitgenössische Kunst in drei Locations in Maastricht: Van Eyck, Marres und Bureau Europe. Sie entdecken neue, unbekannte Welten, indem sie – wie Archäologen — unter der sichtbaren Oberfläche die zwischenmenschlichen, politischen und sozialen Realitäten freilegen und herausstellen. Ihre Entdeckungen, Geschichten und Installationen befeuern mögliche Interpretationen von …

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Die Spezialität von Cultura Nova in Heerlen ist es seit mittlerweile 27 Jahren, Straßentheater, Performance, Tanz, Akrobatik und Musik zu einem sinnlichen Amalgam zu verschmelzen. Für das „klare nationale und internationale Profil und die erfolgreiche Mischung aus künstlerischem Programm und der Einbeziehung der Gemeinschaft“ wurden die Veranstalter im Mai mit dem EDDE, einem europäischen Siegel für besondere Festivals ausgezeichnet. In diesem Jahr heißt es vom 18. bis 27. August wieder: Auf nach Heerlen!

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Zum dritten Mal lädt das familienfreundliche Festival in den Park des Ludwig Forums, und der Tisch ist musikalisch reichhaltigst gedeckt in diesem Jahr. Besondere stilistische Berührungsängste sind nicht Sache von Kimiko, und so ist auch bei dieser Ausgabe die Bandbreite sehr ordentlich.
Ludwig Forum Aachen, 25.-27.08.2017

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Öfter mal nach Eupen fahren, lautet die Devise. In knapp einer halben Stunde ist man dort (Buslinie 14 der TEC ab Hauptbahnhof), und wer sich bis zum 20. August nicht aufrafft, verpasst die laufende Ausstellung im IKOB, die nicht weniger als grandios ist. Das betrifft nicht nur die ausgestellten Arbeiten, sondern auch deren kluge Präsentation.

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Von einem regelrechten Kunstkrimi ist verschiedentlich die Rede, wenn es um den neusten Coup des Suermondt-Ludwig-Museums geht. Es ist tatsächlich nicht auszuschließen, dass eine gewisse kriminelle Energie hinter der Verschiebung des Werkes „Blumen in einer Wanli-Vase“ von Balthasar van der Ast steckte, das seit 75 Jahren als verschollen galt und nun der Aachener Öffentlichkeit als Rückkauf von sogenannter Beutekunst präsentiert werden kann.

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Raymond Pettibon (bürgerlich Raymond Ginn, * 16. Juni 1957 in Tucson, Arizona) dürfte einigen durch seine Plattencover für Bands wie Sonic Youth und Black Flag bekannt sein. Zugang zur kalifornischen Punkszene hatte er über seinen Bruder Greg Ginn und dessen 1978 gegründetes Label SST Records. Zahlreiche von Pettibons Zeichnungen landeten in der Folge auf Plattencovern, auf Flyern und auf Plakaten. Massenhaft kopiert (im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne) wurde so manches seiner Motive zur identitätsstiftenden Stilikone US-amerikanischer Punkästhetik.

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Es ist durchaus legitim, wenn seitens der Freunde des Ludwig Forum und des Museumsdirektors Dr. Andreas Beitin mit Stolz darauf hingewiesen wird, dass Franz Erhard Walther (* 22. Juli 1939 in Fulda) der Aachener Kunstpreis bereits 2016 verliehen wurde, also bevor er den Goldenen Löwen bei der diesjährigen Biennale in Venedig erhielt. Das darf man dann auch ruhig zwei- oder dreimal betonen, beweist es doch, dass die Entscheidung der Jury im Nachhinein, sozusagen in höchster Instanz, noch einmal bestätigt wurde.
„Handlung denken“ ist noch bis zum 29.10.2017 im Ludwig Forum zu sehen.

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Pünktlich zum Grand Départ der Tour 2017, die in der Landeshauptstadt am 1. Juli startet, präsentiert das NRW-Forum eine Sammelausstellung mit Fotoarbeiten von Robert Capa, Laurent Cipriani, Andreas Gursky, Olaf Unverzart, Stephan Vanfleteren und anderen. Sie alle versuchen, sich dem zu nähern, was die Faszination des größten Radsportevents der Welt ausmacht. In zwei größeren Raumeinheiten des Erdgeschosses, mit weißen und gelben Bodenmarkierungen als visuellem Leitfaden ist sie ansprechend inszeniert, allerdings nicht allzu üppig dimensioniert.
Die Ausstellung läuft bis zum 30.07.2017

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Was ist ein Haus? Ein Ort, dafür geschaffen, Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Eine Behausung. Ein Ort zum Leben, im besten Fall ein Ort, wo man sich wohl- und zu Hause fühlt. Und eine Art Haus? Das ist ein Gebäude, das zwar gewisse Ähnlichkeiten mit einem Haus aufweist, bei dem aber einiges anders ist.

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Gewalt, Vergänglichkeit, Versagen. Männliche Rituale und Stereotype in den videografischen Arbeiten von Erik Levine
„As a Matter of Fact“ ist noch bis zum 24.09.2017 im Ludwig Forum Aachen zu sehen.

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Señor Schnu aus Aachen ist im Olymp der Street-Art-Künstler angekommen. Noch bis Ende Mai stellt er in „The Haus“ aus, einem temporären Kunsthappening in Berlin, bei dem 165 internationale Künstler ein altes Bankgebäude mit 10.000 Quadratmetern in ein Kunstwerk verwandeln dürfen. „The Haus“, das im Juni abgerissen wird, erregt weltweit Aufsehen. Trotzdem wird Schnu Ende Mai ausgerechnet ins beschauliche Aachen zurückkehren, um in der Raststätte sein Jubiläum unter dem Motto „10 Jahre Schnummunismus“ zu begehen.

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