Eine Welt Forum Aachen e. V.

Ist wirtschaftliches Wachstum unbegrenzt möglich? Welche Möglichkeiten des nachhaltigen Konsums gibt es? Und wie kann ein gutes Leben für alle jenseits der Wachstumslogik aussehen?
Wie wäre es, wenn nicht Konkurrenz, Gewinnstreben, Ausbeutung und Wachstum, sondern Kooperation, Solidarität und die Orientierung an konkreten Bedürfnissen Richtschnur des Handelns würden?

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Etwas über Bienenhaltung und Naturschutz lernen, mit neuen Menschen in Kontakt kommen und am Ende selbstständig leckeren Aachener Honig im Stadtpark ernten – das macht das Projekt „beesforrefugees“ aus.

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Orhan Aras betreibt seit 25 Jahren den Euro-Kiosk an der oberen Vaalser Straße. Für seine Gäste ist er Häuptling, Streetworker und gute Seele des Viertels in Personalunion. Um 10 Uhr trifft man sich zu Feierabendbier, Frühschoppen und Kaffee. Sogar Elvis ist Stammgast.

2.2k

Das Zweiergespann Marcus Loos und Peter Niedermayr kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. 2017 begingen sie den 40. Geburtstag des Café Kittel, das sie 2014 übernommen haben, im Mai feiert das Last Exit, ihre andere Location, seinen 25sten. Als sie die Kneipe vor 17 Jahren übernommen haben, hatten sie sich eigentlich gerade geschworen, sich nur noch auf ihr Studium zu konzentrieren. Aber wie meistens ist es anders gekommen. Mit uns haben sie über das Kneipenleben und die Veränderungen in den letzten 20 Jahren gesprochen und ihre Pläne für das Jubiläum vorgestellt.

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Dem einen oder anderen Leser fällt beim Überfliegen der Überschrift auf: Gab es nicht bereits letztes Jahr ein Jubiläum? Hat sich da vielleicht jemand verrechnet? Diese Frage ist berechtigt, allerdings liegt die Antwort nahe, wenn man die Entstehungsgeschichte des AZ Aachen kennt – denn das befand sich nicht immer im Bunker in der Hackländerstraße.

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Jessica Behrends (Jahrgang 1991) hat auf dem Dachboden ihrer Mutter Notizbücher ihres Großvaters Hermann Vogt gefunden. Von 1989 bis 2015 erfasste dieser mehrmals täglich Wetterdaten wie Niederschlag, Luftdruck (mb) und Temperaturen in Kerpen, Köln, Aachen und am Kahlen Asten, außerdem den Rheinpegel sowie das tatsächliche Wetter in Kerpen zu unterschiedlichen Uhrzeiten.

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Eine neue Spielstätte, die selbst vielen Aachenern unbekannt ist, wurde jetzt auch für das Kulturfestival X entdeckt, nachdem zuletzt die RWTH gemeinsam mit dem Team der Burg Wilhelmstein hier einige Veranstaltungen durchgeführt hatte (z. B. die Lesung von Ronja von Rönne): Mitten in der Stadt befindet sich die Couvenhalle, ist jedoch nicht ganz leicht zu finden, denn sie liegt etwas versteckt hinter dem Gebäude der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen in der Kármánstraße.

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„Was hindert Menschen daran, aktiv zu werden?“ Eine Überlegung, welche Anne, Klara und Kerstin dazu gebracht hat, die Gruppe „Aachen im Wandel“ zu gründen und die Ausstellung „Endlich Wachstum“ des Berliner Kollektivs FairBindung in die Stadt zu holen. So möchten die drei jungen Frauen das Thema Postwachstum und die in Aachen gelebten Alternativen in der Öffentlichkeit bekannter machen und untereinander vernetzen.
„Endlich Wachstum“ kann vom 13. April bis zum 26. Mai auf der 1. Etage der VHS Aachen kostenfrei besucht werden.

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Einst war die Schirmfabrik Emil Brauer einer der großen Schirmproduzenten mit rund 1.000 Angestellten. Das ehemalige Firmengebäude an der Jülicher Straße beherbergt heute das Ludwig Forum. Auf der gleichen Straße, unter der Hausnummer 51, gibt es das 1882 gegründete Unternehmen immer noch. An einem grauen Tag im März mache ich mich zu dieser Adresse auf.

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Zum Wetter hat so gut wie jeder eine Meinung, das kann man von der Quantenphysik oder der integralen Algebra nicht unbedingt behaupten. Und fast kein Gespräch auf dieser Welt ist so unverfänglich wie ein Smalltalk übers Wetter, deswegen wird davon auch rege Gebrauch gemacht.

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Ist der Winter hart und weiß, wird der Sommer schön und heiß …

… sagt zumindest der Volksmund. Ich lebe seit 30 Jahren in Aachen und kann mich kaum an einen Winter erinnern, in dem der Schnee hier mal länger liegen geblieben wäre. Ein echter Ausreißer soll der Winter 2010/2011 gewesen sein, den ich jedoch verdrängt habe. Es heißt, dass es damals ein regelrechtes Schneechaos gab. Dass es hier aber mal 75 Zentimeter Schnee hatte, ist ECHT lange her. Das war nämlich 1908, und die niedrigste Temperatur (–20,4 Grad Celsius) hat man im Winter anno fünfundvierzig gemessen.

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In den letzten beiden Ausgaben haben wir Knubbens Häusgen und den Kennedy-Kiosk vorgestellt. Dabei haben wir gelernt, dass Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und auch sonn- und feiertags geschlossen sein müssen. Bevor wir mit der Reihe fortfahren, wollten wir bei der Stadt nachhören, was es für Bestimmungen gibt. Außerdem haben wir die Leserfrage geklärt: Was ist überhaupt ein Kiosk? Rita Klösges vom Presseamt hat uns aufgeklärt.

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Kurz bevor bei der Comiciade in Aachen am 14. und 15. April im Alten Schlachthof den Comics gehuldigt wird, erinnert das Aachener Stadtarchiv an eine denkwürdige Aktion im November 1958. Comics wurden damals als Schundliteratur gesehen, von denen eine jugendgefährdende Wirkung ausgehen sollte. In vielen deutschen Städten gab es zu der Zeit „Schmökergrab“-Aktionen. Hierbei erhielten …

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Alle reden gerne übers Wetter, und wir machen da natürlich keine Ausnahme. Denn jeder ist davon irgendwie betroffen, manche mehr (draußen), manche weniger (drinnen). Und es könnte es sein, dass es sowohl schlechtes Wetter als auch schlechte Kleidung gibt. Aber um Mode geht es diesmal nicht, sondern um Wind, Wolken und weiße Winter.

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Weit über sechshundert rot gekleidete Menschen versammelten sich am Sonntag trotz Eiseskälte am Tagebau Hambach, um erstmals das Ende einer Rodungssaison zu feiern, in der RWE nur zwei Tage im Hambacher Wald roden durfte. Mit aufgemalten roten Herzen und mit den Händen geformten Herzen drückten die Demonstrierenden ihre Freude über den vorläufigen Erhalt des Waldes …

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Wen die überbordende Auswahl an Lebensmitteln aller Art im Supermarkt überfordert, wer weder Zeit noch Talent hat, selber zu kochen, wem Restaurants zu teuer sind und Imbissbuden zu lange Warteschlangen haben, der speist in der Kantine. Oder in der Mensa, falls noch irgendwo ein Immatrikulationsbescheid rumliegt. Kantinen und Mensen sind Inseln essenstechnischer Klarheit.

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Bedauerlicherweise beginnt ein Bericht über öffentliche Kantinen in Aachen mit zwei Verlustmeldungen. Noch zu Beginn der 2000er Jahre hatte ich persönlich Gelegenheit, gemeinsam mit Kollegen in der Kantine des Polizeipräsidiums an der Hubert-Wienen-Straße zu speisen. Bei den ersten drei Besuchen musste man noch beim Pförtner vorsprechen und sich ausweisen, danach wurde man regelmäßig durchgewinkt. Ein Teil der Ausstattung stammte noch aus der Zeit der Grundsteinlegung, also aus den frühen 1980er Jahren. Als das neue Finanzamt an der Krefelder Straße im Dezember 2005 mitsamt schicker Kantine und allem Pipapo den Betrieb aufnahm, war absehbar, dass die Kantine des Polizeipräsidiums für die Öffentlichkeit nicht mehr lange zugänglich sein würde.

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Jeremy Nickel, 22 Jahre, arbeitet seit dem letzten Jahr als Koch in der Mensa Academica. Im Gespräch erzählt er, wie es ist, in der Mensaküche den Kochlöffel zu schwingen.

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Derzeit sorgen sich viele Menschen um die Obdachlosen, die draußen ihr Lager aufgeschlagen haben. Die Stadt Aachen hat deshalb heute diese Presseinfo herausgegeben und erläutert, dass in Aachen niemand auf der Straße schlafen muss.

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Seit 2003 betreibt Erdal Kazak seinen Kiosk mitten in der Aachener Innenstadt, an der Peterstraße. In den letzten zwei Jahren ist Kazak immer wieder ins Rampenlicht gerückt, da er sich weigert, das neue Ladenschlussgesetz zu akzeptieren, das die Stadt Aachen plötzlich vehement durchsetzen will. Dabei geht es darum, dass Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und auch an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben müssen – was den Kioskgedanken an sich, nämlich dann verfügbar zu sein, wenn andere zu haben, ad absurdum führt. Im Dezember hat Erdal Kazak seine Klage gegen die Stadt verloren und muss 8.000 Euro Strafe bezahlen. Aufgeben will er trotzdem nicht. Wir haben ihn besucht und mit ihm über seine Arbeit und sein Viertel gesprochen.

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Der Zufall ermöglicht mitunter erstaunliche Begegnungen. Ich habe Dr. Heinz Günther Hüsch kennengelernt, den Mann, der mich gekauft hat. Und meine Mutter. Und meinen Vater. Sowie rund 226.000 deutschstämmige Menschen aus Rumänien. Auch wenn er bei unserem Treffen sagte, dass er nicht uns gekauft hat, sondern unser Ticket in die Freiheit, fühlt es sich trotzdem komisch an, als Kind nur 1.800 Mark gekostet zu haben. Genau vor 50 Jahren, im März 1968, startete der größte Freikauf der deutschen Geschichte. Er endete 1989 nach dem Sturz des Regimes und der Exekution des Diktators Ceaușescu. Erst 20 Jahre später wurde die Geheimhaltung aufgehoben.

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Raum für Kunst und Musik – so die Subline der Gravieranstalt in der Ottostraße 85, einer vielversprechenden neuen Veranstaltungslocation im Aachener Ostviertel. Die Räume sind unterschiedlich groß und verschieden geschnitten, die Wände größtenteils klassisch weiß getüncht mit einem in dunkles Anthrazit getauchten Barbereich. Dazu der Charme eines alten Handwerksbetriebs, der in vielen kleinen Details noch …

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Dr. Heinz Günther Hüsch, Rechtsanwalt und früherer Landtags- und Bundestagsabgeordneter, war von 1968 bis 1989 zuständig für die sogenannte „Geheimsache Kanal“, eine Chiffre für den Freikauf von Rumäniendeutschen. Wir haben Herrn Hüsch im Februar in Neuss besucht und mit ihm gesprochen.

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Die Werkstatt von Jochen Imhof ist ein Traum. Jeder oder jede, der/die eine Affinität zum Handwerk und zum Werkstoff Holz hat, geht beim Betreten der Räumlichkeiten in der Bergischen Gasse erst mal innerlich auf die Knie. Der Geruch von Sägemehl, die Ansammlung von Schablonen, Werkzeugen und Maschinen, die fertigen und halbfertigen Instrumente und das obligatorische, leise vor sich hindudelnde Werkstattradio: All das ist anbetungswürdig authentisch. Hier entstehen sie, die gut klingenden, wertigen und schönen Zupfinstrumente von SIGN Guitars – und das natürlich in Handarbeit.

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Das Memory aus unserer Wurstausgabe als PDF zum Download: 2 x ausdrucken, ausschneiden und los! Es geht um die Wurst! Wer findet mehr Pärchen?

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Es ist jedes Jahr aufs Neue eine logistische Herausforderung für die 1.111 Karnevalisten, die 111 Festwagen sowie die 111.111 Reinigungskräfte des Stadtbetriebs, den Rosenmontagszug reibungslos über die Bühne, sprich Aachens Hauptverkehrsadern zu bringen. Neben wettertechnischen Unwägbarkeiten (Sonnenschein), zugkräftigen kulturellen Konkurrenzveranstaltungen (Arnold Schönbergs Zwölftonsymphonie für zwei Triangeln und drei Küchenmixer) und zahlreichen seit dem Zweiten Weltkrieg nicht ausgebesserten Schlaglöchern auf der 111 km langen Route steht vor allem eine Frage im Mittelpunkt von Organisatoren und Zuschauern: Was schmeißen die diesmal alles?

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Der niederländische Titel der Ausstellung „Unvollendete. Nooit gebouwd Maastricht“, die bereits im Dezember letzten Jahres im Bureau Europa in Maastricht startete, lässt in deutschen Ohren Franz Schuberts Sinfonie in h-Moll, auch die Unvollendete genannt, anklingen. Aber das sind nur wir Teutonen. Die Show demonstriert anhand etlicher liebevoll zusammengetragener und fachkundig kommentierter Exponate, was in Maastricht einstmals geplant, aber letztlich nicht realisiert wurde. Manches davon gelangte nur bis zum Entwurf, anderes bis zum Modell. Für einiges wurde gerade einmal das Fundament gegossen, während weniges es immerhin fast bis zur Fertigstellung brachte.

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Wie kann Integration funktionieren? Das ist nicht nur auf politischer Ebene ein immer wieder heiß diskutiertes Thema. Im Stadtteil Richterich gehtʼs jeden zweiten Donnerstag ebenfalls heiß her, denn hier begegnen sich die verschiedenen Kulturen zwischen Töpfen, Tellern und Pfannen. Beim Projekt „Richterich kocht“ treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene ganz unverbindlich und ohne den Anspruch, …

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Knubbens Häusgen steht schon viele Jahrzehnte in Burtscheid. Das ursprüngliche Milchbüdchen hat bereits mehrfach den Besitzer gewechselt. Vor sechs Jahren hat Nazim Aras das kleine, freistehende Häuschen mit der Hausnummer null übernommen und liebevoll umgebaut. Von außen hat es der Kioskbetreiber, der eigentlich gar keiner werden wollte, von Künstler Matthes Straetmans (Lazy 65) gestalten lassen. …

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„Gemeinwohl geht vor Eigenwohl.“ – So lautet die gesetzliche Grundlage, die es in den letzten 120 Jahren ermöglicht hat, Wohneigentum zu enteignen, Menschen umzusiedeln und Kulturdenkmäler einzureißen – für ein höheres Wohl, die Kohlegewinnung, die zur Energieerzeugung notwendig war. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr Menschen sind überzeugt, dass es dem Gemeinwohl eher dient, auf die klimaschädliche Braunkohle zu verzichten. Nutznießer scheinen jetzt nur noch die großen Konzerne zu sein. Das wollen die Menschen in der Region nicht mehr hinnehmen. Unterstützung bekommen sie von Umweltaktivisten und der Presse, die dem Thema derzeit international Beachtung schenkt.

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