Das Kulturhaus Barockfabrik kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken und wird immer wieder neu erfunden. Nachdem 2017 der Schwerpunkt Kinder- und Jugendkultur gecancelt wurde, schlief das alte Fabrikgebäude einen einjährigen Dornröschenschlaf, um 2018 als neues Kulturzentrum erweckt zu werden. Am 30. Juni stellen sich die Akteure mit einem bunten Programm dem interessierten Publikum vor.

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Im Gespräch mit Tim Berresheim stellt sich schon nach wenigen Sätzen das Hochgefühl ein, das man hat, wenn man auf die Überholspur wechselt, um dann leicht euphorisiert und mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit über die Piste zu jagen.*
Tim Berresheim, Dominik Halmer: Suspension of Disbelief im NAK vom 10.06. bis 29.07.2018

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Ist der Winter hart und weiß, wird der Sommer schön und heiß …

… sagt zumindest der Volksmund. Ich lebe seit 30 Jahren in Aachen und kann mich kaum an einen Winter erinnern, in dem der Schnee hier mal länger liegen geblieben wäre. Ein echter Ausreißer soll der Winter 2010/2011 gewesen sein, den ich jedoch verdrängt habe. Es heißt, dass es damals ein regelrechtes Schneechaos gab. Dass es hier aber mal 75 Zentimeter Schnee hatte, ist ECHT lange her. Das war nämlich 1908, und die niedrigste Temperatur (–20,4 Grad Celsius) hat man im Winter anno fünfundvierzig gemessen.

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In den letzten beiden Ausgaben haben wir Knubbens Häusgen und den Kennedy-Kiosk vorgestellt. Dabei haben wir gelernt, dass Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und auch sonn- und feiertags geschlossen sein müssen. Bevor wir mit der Reihe fortfahren, wollten wir bei der Stadt nachhören, was es für Bestimmungen gibt. Außerdem haben wir die Leserfrage geklärt: Was ist überhaupt ein Kiosk? Rita Klösges vom Presseamt hat uns aufgeklärt.

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Knubbens Häusgen steht schon viele Jahrzehnte in Burtscheid. Das ursprüngliche Milchbüdchen hat bereits mehrfach den Besitzer gewechselt. Vor sechs Jahren hat Nazim Aras das kleine, freistehende Häuschen mit der Hausnummer null übernommen und liebevoll umgebaut. Von außen hat es der Kioskbetreiber, der eigentlich gar keiner werden wollte, von Künstler Matthes Straetmans (Lazy 65) gestalten lassen. …

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Seit zwei Jahren verzückt Gretel Völlings (91) auf Märkten in der Weihnachtszeit die Besucher mit ihren filigranen, aus Mohnkapseln geschnitzten Christbaumanhängern, die eine wohltuende Abwechslung in die Angebotspalette der Märkte bringen und zugleich kleine Kunstwerke sind. Bei einem Werkstattbesuch haben wir mit ihr über ihr Leben und ihre Arbeit gesprochen.

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Noch nicht ins Centre geschafft? Die Ausstellung „Bier und Wir – Brauen, Trinken, Feiern in Aachen“ wurde verlängert und läuft noch bis zum 8. April 2018 im Centre Charlemagne. Fotos: Birgit Franchy Hintergrundinfos zur Ausstellung: movieaachen.de/2018/01/25/bier-wir/

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„Opa wurde 100jährig, stets trank er Degraa obergärig.“ Den alten Werbespruch kann in Aachen jeder herunterbeten. Er ist ja auch zu schön. Dennoch scheint angezeigt, die Geschichte dieser und anderer Allgemeinplätze zum Thema Biergenuss einmal historisch präzise zu verorten. Das dachte man sich auch im Neuen Stadtmuseum am Katschhof und schritt mutig zur Tat, denn lang und reich ist sie, die Aachener Geschichte vom Bier und vom Brauen, und das Unterfangen kein einfaches. Bei den hunderten von Ausstellungsstücken, vom Bierdeckel bis zum Zapfhahn und vom Flaschenetikett bis zum Barhocker, die für die Ausstellung „Bier & Wir“ zusammengetragen wurden, drängt sich zunächst die Frage auf, woher das alles stammt, was da im Oktober im Centre Charlemagne seinen Platz finden soll.
Wer noch nicht dort war, kann es noch schaffen: Die Ausstellung wurde bis zum 08. April 2018 verlängert.

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Die 1990er Jahre, also die Zeit nach dem Zerfall der Sowjetunion, waren vielleicht die freiesten Jahre für die russische Kunst- und Kulturszene in der jüngeren Vergangenheit. Mitten hinein in eine katastrophale Wirtschaftskrise, auf die Inflation, Korruption, Arbeitslosigkeit und die Verarmung der Bevölkerung folgten, preschten die Vertreter des Moskauer Aktionismus mit neuen, schockierenden Ideen und ohne Angst vor Zensur und Bestrafung durch einen zunehmend handlungsunfähigen Staatsapparat. Ihnen folgt heute bereits die nächste Generation junger Künstler. Und die hat es ungleich schwerer, in Putins „gelenkter Demokratie“.

Im Ludwig Forum für Internationale Kunst, noch bis 18.02.2018.

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Frankenberger, Burtscheider, Brander und Südviertel kommen auf den Teller – als Bratwurst. Dabei ist jede der frischen Wurstsorten aus garantiert regionalem Fleisch und mit jeweils einer anderen Gewürzkomposition abgerundet.

So weit die Idee von Philipp Wolters, Doktor der Technikkommunikation. Das Ganze noch garniert mit den neuen Errungenschaften der Technik – vorbestellt werden soll die Wurst auf der Website mywürstchen.de, tags darauf soll sie beim Metzgermeister der Wahl abgeholt werden. Indes: Durchgesetzt hat sich die in der Aachener Gründerszene hochgelobte Idee bislang nicht. Woran liegt’s? Am Geschmack jedenfalls nicht, beteuert Wolters, der die Rezeptideen aus Kanada mitgebracht hat, wohin seine Eltern ausgewandert sind.

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Wer meint, dass es seit der Auflösung von FLASH FUTURE in Aachen etwas leise geworden ist, was das Stoner-Rock-Genre betrifft, der braucht nicht weiter zu verzagen, denn drei Mitglieder dieser Kapelle haben nun etwas Neues am Start und sich dafür Verstärkung von zwei auch nicht eben Unbekannten aus der Aachener Szene geholt. Da die bisherigen Bandinfos keine Namen nennen, verzichte ich da jetzt auch mal drauf. Kurz vor Weihnachten erscheint jedenfalls diese Double-A-Side-Vinyl-Single, die allen Freunden von tiefergelegten Gitarren und wuchtigen Riffs die Herzen erwärmen dürfte.

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Wenn Patricia Yasmine Graf etwas brutzelt, dann wird es etwas Großes. Im Frühjahr 2017 wurde die designmetropole aachen dann auch mit dem „CREATIVE.Spaces“-Award ausgezeichnet. Am Donnerstag laden die Netzwerker zum Finale der Roadshow, bei der sich die Gewinnernetzwerke gegenseitig besuchen. Interessierte können bei dem spannenden Programm und dem anschließenden „design„er“saufen“ dabei sein.

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Als hätte er es geahnt: Justement als wir beschlossen, die nächste MOVIE-Ausgabe der Wurst zu widmen, bombte ein Künstler eine Serie von Wurstbildern an die Wände der Stadt. Die Szene rätselte, wer sich hinter dem Symbol verbirgt. Über Umwege machten wir ihn ausfindig. HNRX, ein junger Künstler aus Österreich, hatte Aachen auf der Durchreise gestreift und sein Markenzeichen hinterlassen. Weil ihm – allen Unkenrufen zum Trotz – unsere Kleinstadt an der Grenze zu Holland und Belgien gefiel, kam er wieder, um zwei Fassaden mit seinen Werken zu veredeln. Wir haben ihm Asyl angeboten.

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Beim Wettbewerb „Fleisch-Star 2017“, ausgelobt vom Magazin Lebensmittel Praxis, konnte Rewe Stenten unter 400 Mitbewerbern einen der Plätze in der Top Drei belegen. Gepunktet wurde mit Regionalität und Kundenservice. Ein Grund für uns vorbeizuschauen. Was können Fleischtheken im Supermarkt überhaupt bieten und worauf sollte man als Verbraucher achten? Und wo kommt hier die Wurst her?

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Armin Burke (Dumont) und Lars Templin (Musikbunker) haben Grund zur Freude – gerade sind ihre Spielstätten ausgezeichnet worden. Wofür und was sie mit dem Preisgeld machen, haben sie uns verraten.

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Erst einige Jahrzehnte ist es her, dass Badezimmer noch nicht zur Standartausstattung in Häusern gehörten. Wannenbäder in Badeanstalten dienten den Menschen als Ort zur Körperreinigung und Entspannung. Auch die schönste Schwimmhalle Aachens mit ihrer Jugendstilarchitektur, bot solche Wannenbäder an. Kurios: Nicht nur für Menschen – nein, in eigenen Zimmern konnten auch Hunde ein Bad nehmen! Hier gibt es eine Bildergalerie. Am Wochenende stehen wieder Führungen an.

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Die Weihnachtsleberwurst wird in Aachen nachweislich bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert hergestellt. Wir waren 2017 beim Anschnitt und bei der Qualitätsprüfung dabei.

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In der Kockerellstraße hat der Escape Room „Aixscape“ eröffnet und die Rätsel haben es in sich.
Eingesperrt in einem Raum und nur eine Stunde Zeit, um den Code der Tür, die in die Freiheit führt, zu knacken! Auch wenn es so klingt, hier wird kein fiktives Szenario aus einem Kriminaloman oder einem Thriller im Kino beschrieben. Es handelt sich vielmehr um einen spannenden Freizeittrend für Freunde und Familien, welcher sich hinter den vielfältigen Namen Escape Room, Escape Game, Exit Game oder Exit Room verbirgt.

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1967 war ein gutes Jahr für die Alemannia. Es ging rauf in die erste Liga! Überhaupt ging es hoch hinaus in Aachen. Auch in der Architektur. Am Preuswald entstand gerade eine Trabantenstadt, das heute nicht mehr existierende Landesbehördenhaus (Franzstraße) wurde bezogen und auch an der Peterstraße tat sich was: Man dachte über eine Lösung für das Trümmerfeld am Kurhausgarten nach (der dann der Kurhausstraße zum Opfer fiel) und initiierte einen Architekturwettbewerb. 1968 einigte man sich auf den Entwurf der Aachener Architekten Siegfried Reitz und Willy Frings, und nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Bushof 1973 eingeweiht. Als damals Deutschlands größter überdachter Bushof.

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Wenn Bauwerke oder Denkmale am ursprünglichen Standort abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden, nennt der Fachmann das translozieren. Es gibt in Aachen eine Reihe von Beispielen. Eines davon ist der Seepferdchenbrunnen. Seine Schale mit einem Durchmesser von mehr als drei Metern und einer kleinen Horde wasserspeiender Seepferdchen in der Mitte schmückte seit 1953 die Rotunde des nach schweren, kriegsbedingten Schäden wieder neu aufgebauten Elisenbrunnens. Leider erwies sich das Material der Brunnenschale als nicht besonders resistent gegen das mineralisierte Thermalwasser aus der 180 Meter entfernten Kaiserquelle. Deshalb wurde der Seepferdchenbrunnen 1971 gegen die zwei Becken aus afrikanischem Granit ausgetauscht, die man heute dort vorfindet. Die Seepferdchen speien seitdem in Burtscheid an der Kapellenstraße, wo sie leider vergleichsweise wenig zur Geltung kommen.

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Im Schein der Straßenlaterne hebt sich King Kong mit ihrer stattlichen Größe von vier Metern strahlend vom dunklen Nachthimmel ab. Ihre Sonnenblumenschwester ein paar Meter weiter hat es nicht so gut getroffen. Auf dem Weg nach oben in luftigere Höhen ist oder wurde sie abgeknickt. Eine Kartonschiene an ihrem Stängel dokumentiert einen liebevollen Rettungsversuch. Verantwortlich für die neue Blumenpracht an Aachens Sorgenkind, dem Kaiserplatz, sind ausgerechnet diejenigen, die dem einstigen Schmuckstück von Aachen in den letzten zwei Jahrzehnten ein denkbar schlechtes Image verpasst haben. Hier residiert die Drogenszene, vor über 20 Jahren vertrieben aus dem Elisengarten und vor Ort betreut von der Aachener Suchthilfe. Diese betreibt in den kleinen Ladenlokalen aus den 50er Jahren unter dem Namen Troddwar ein niedrigschwelliges Kontaktcafé und eine medizinische Ambulanz.

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Wer sich historische Postkarten von Aachen um die Jahrhundertwende anschaut, wird stutzig. Eins der beliebtesten Motive war doch tatsächlich der Kaiserplatz. Er gehörte mit anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt in die Riege der Orte, auf die man stolz war und prangte gemeinsam mit dem Polytechnikum (der heutigen RWTH) oder neben Abbildungen von Rathaus, Marschiertor und Elisengarten …

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Alea iacta est. Der Satz geht auf Caesar zurück, der 49 v. Chr. mit seiner Armee am Rubikon stand und im Begriff war, diesen zu überqueren. Als er sich schließlich entschied, gen Rom zu marschieren, wollte er mit dem Ausspruch zum Ausdruck bringen, dass dieser Schritt unwiderruflich sei und unabsehbare Folgen haben werde. Das passte zum Altstadtquartier Büchel, wo die Würfel bezüglich der Umgestaltung bereits gefallen waren. Inzwischen stellt sich die Lage aber wieder ganz anders dar …

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Eine klassische Liaison, ein Paar, das so unzertrennbar miteinander verbunden ist wie Hopfen und Malz. Wir haben Aachener Musiker, DJs, Kneipiers und Musik-Affiniciados gefragt, welches Lied ihnen jeweils zu einer bestimmten Kneipe einfällt – und was sie damit verbinden.

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Wo war früher Aachens Kneipenmeile Nr. 1 in Aachen? Was hat es mit dem Kettenfett auf sich? War war Lennet Kann eigentlich? Und was stand auf dem Schild, das an der Theke im Hauptquartier hing? Antworten hier in der inoffiziellen Aachener Kneipedia, der semi-nostalgischen Wissensdatenbank rund um Pils, Peppie und Popstadl.

1.1k

Nach dem Eröffnungswochenende im September mit seinem ambitionierten Veranstaltungskanon spricht jetzt nur noch die (bildende) Kunst im Ludwig Forum. Die Reste einer Performance (vier Säcke Zement?) zieren noch als schöner Nachhall die Mulde, die ansonsten unbespielt bleibt. Sollte es sich bei dem Baustoff wider Erwarten doch um Kunst handeln, schreibe ich im nächsten Heft eine Richtigstellung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 18.02.2018 zu sehen.

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Karl Otto Götz, am 22. Februar 1914 in Burtscheid geboren, starb am am 19. August 2017 im Alter von 103 Jahren. Er gilt als einer der einflussreichsten deutschen Maler der Nachkriegszeit und als Pionier der gegenstandslosen Malerei.
Der Verein Burtscheider Heimatfreunde e. V. möchte den in Burtscheid geborenen Künstler mit einer Gedenktafel ehren. Bis zum 13. Oktober 2017 gibt es in der Sparkasse in Burtscheid Arbeiten aus Privatsammlungen zu besichtigen.

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Die wunderbare Fantasiewelt von Kai Savelsberg und Mavi Garcia noch einmal feinst zusammengepackt und arrangiert in einer Holzkiste in DIE ZELLE. Nach 15 monatiger Spielzeit in einem kleinen Schauraum in der Lothringerstraße heißt es heute um 22 Uhr leider „Deckel drauf“. Dann ziehen die beiden weiter.

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Am 11. Februar 2016 wäre Fredy Hirsch 100 Jahre alt geworden. Erst kurz vor diesem Termin rückte der vergessene Held, der seine Wurzeln in Aachen hat, in das Visier der Öffentlichkeit. Im Zweiten Weltkrieg war er Idol, Vorbild und natürliche Autorität für hunderte Kinder, deren Leben er in Prag und später im Familienlager Theresienstadt und auch im Kinderblock in Auschwitz-Birkenau maßgeblich verbesserte. Am 26. August 2017 wird von 16:00 bis 19:00 Uhr im Hirschgrün, das nach Fredy Hirsch benannt wurde, an ihn erinnert. Hier seine Geschichte.

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Der Sommer steht vor der Tür, es wird wärmer, die Tage werden länger. Deswegen wollen wir vom MOVIE, dem Magazin für Genuss und kultivierte Lebensart, ein paar ganz besondere Baustellen-Leckerbissen vorstellen. Von Profis aus einer schier unermesslichen Fülle an Angeboten ausgesucht haben wir wie immer vor, nur exzellente Qualität zu präsentieren. Unsere Auswahl – wie wir finden die Créme de la Créme:

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