Die Erdoberfläche ist nur noch Schutt und Asche. Wer sich der Luft ohne Atemmaske aussetzt, der stirbt. Nach Hitzewellen, Hungersnöten und der Ausbreitung von Viren sind im Jahr 2050 sämtliche Zivilisationen zusammengebrochen. Die Meereszirkulation kommt zum Stillstand – und der Mensch? Er zieht sich zurück ins Innere der Erde, wo er ein hoch technisiertes Dasein fristet: kontrolliert von der gewaltigen Maschine MXXL, umgeben von künstlicher Luft und künstlichem Licht.

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„Allein im Bett, im Bauch, im Kopf“ – so fühlt sich Beatrix. Sie ist schön, jung, gelangweilt und vielleicht auch reich und wartet in ihrem Himmelbettloft auf ihren Prinzen. Damit dieser endlich auftaucht, hat sie die ganze Stadt mit Zetteln plakatiert, auf denen sie demjenigen, der es schafft, sie zu interessieren, zu rühren und zu …

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Nacheinander schreiten die „Einsager“ langsam auf die Bühne, bleiben auf ihrer festgelegten Position stehen und blicken einem schon fast statuenhaft entgegen. Und dann kommt Kaspar durch den Vorhang auf die Bühne, taumelnd, mit dem Hemd aus der Hose hängend und offenem Schuh. Er wiederholt immer wieder seinen eigenen ganz speziellen Satz, fällt dabei jedoch über …

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„Ihr kleinen Sträflinge, schenkt mir Kringelchen!“. Dieser Ruf erfüllt jeden Morgen die feuchte, stickige Dunkelheit des Kellergewölbes einer russischen Bäckerei in der vorrevolutionären Zeit. Von morgens bis abends wird dort Teig geknetet und zu Kringeln geformt. Die kecke, schöne 16-Jährige Tanja, ein Stubenmädchen aus dem ersten Stock des Hauses, bringt mit ihrem täglichen Besuch etwas …

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Dreimal rote Lippen, hellblonde Locken und strahlend weiße Plisseekleidchen – eine der bekanntesten Hollywood-Ikonen des 20. Jahrhunderts steht heute direkt in dreifacher Ausführung in der Grube des Ludwigforums. Sie ist schön, begehrt, von den Massen bewundert – und gleichzeitig ausgebeutet, obsessiv und laut Ehemann Arthur Miller „das traurigste Mädchen der Welt“. Im letzten Jahr wäre Marilyn Monroe 90 Jahre alt geworden. Ihre Filme, Fotoshootings und Lieder bleiben unvergessen, ebenso wie die mysteriösen Umstände ihres Todes.
„Marilyn Ikone. Szenen, Geheimnisse und Showdown eines Mythos“ ist noch bis zum 2. Februar im Ludwigforum zu sehen.

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Michael Shermer, amerikanischer Wissenschaftshistoriker und Gründer der Skeptics Society, glaubt an die Selbsttäuschung als eine fest im Gehirn verwurzelte Überlebensfertigkeit. Die Wahrheit klingt aber auch oft wie ein schlechter Scherz. So ist es allzu menschlich, geradezu evolutionär bestimmt, eine Gewissheit, die man schwerlich akzeptieren kann, als Schabernack abzuspeichern, sich zu beruhigen und gleichzeitig eine ordentliche Dosis Dopamin freizusetzen. Tschakka!
Wiederaufnahme im September 2017!

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