Gruseln im Großformat – „Bloody Friday & Bloody Saturday“

Weiterlesen

Was Filme traurig macht, ist nicht selten das Schicksal ihrer Figuren. Und je sympathischer diese sind, desto größer wird der Kloß im Hals. Die Titelfigur in Michael Winterbottoms „Jude“ (1996) kommt aus einer Steinmetz-Familie, träumt aber davon, auf die Universität zu gehen, und bringt dafür auch alle Voraussetzungen mit, doch im 19. Jahrhundert sah es mit der Chancengleichheit noch übler aus.

5

Harry Earles wurde als Kurt Fritz Schneider 1902 in Stolpen in der Sächsischen Schweiz geboren. 1916 engagierte der Manager Bert Earles den Kleinwüchsigen und nahm ihn und seine Schwester Frieda mit nach Amerika, wo sie zunächst in Wild-West-Shows als tanzende Hänsel und Gretel auftraten.

44

Da es ja einige Leute gibt, die Spinnen nicht sonderlich mögen, ist die Verwendung der Tierchen im Horrorfilm keine große Überraschung. Außer in Monsterfilmen wie Jack Arnolds zeitlosem Klassiker „Tarantula“ und denen zahlreicher Epigonen wurde das Motiv aber zuweilen auch in reichlich bizarren Ableitungen verwendet – hier drei Beispiele aus dem europäischen fantastischen Kino.

61

Mein erster Gedanke bei einer Kolumne zum Thema Wetter waren ja die schönsten Gewitter in Horrorfilmen, aber da gibt es viel zu viele und irgendwie sind die auch alle schön. Glücklicherweise fiel mir dann aber gleich auch noch ein anderer schöner Film ein, der das Wetterphänomen sogar im deutschen Titel trägt: „Das jüngste Gewitter“ (Roy Andersson, 2007) ist der Mittelteil der Trilogie des schwedischen Regisseurs zum Thema „Leben“ und, obwohl alle drei Teile grandios sind, mein Favorit. Das Stilmittel, seine mit oft alltäglichen, aber nicht selten absurden Problemen kämpfenden Protagonisten in aufwendig durchkomponierten Tableaus mit langen Kamera-Einstellungen zu positionieren, ist Andersson hier mit besonderer Finesse gelungen. Außerdem gibt es gleich mehrere wundervolle Traumsequenzen – am besten aber demnächst bei schlechtem Wetter gleich die ganze Trilogie schauen

29

Wiederaufführungen von Filmklassikern sind in den letzten Jahren rar geworden, hauptsächlich trugen wohl die technischen Fortschritte im Heimkino-Segment dazu bei, dass die Kinos sich sorgten, für „alte Kamellen“ nicht genügend Zuschauerzuspruch zu finden. Nichtsdestotrotz wurden diese Filme für die große Leinwand gemacht und entfalten auch nur dort ihre vollständige Wirkung. Umso begrüßenswerter also, dass das …

135

Als Jason King war Peter Wyngarde eine der britischen Stilikonen der frühen 70er und auch heutzutage kennen ihn die meisten aus dieser TV-Rolle. Der am 15. Januar mit 90 Jahren verstorbene Schauspieler hatte aber auch einige bemerkenswerte Kino-Auftritte.

Geboren als Cyril Louis Goldbert, verbrachte er als Teenager gemeinsam mit dem späteren Schriftsteller J.G. Ballard vier Jahre in einem japanischen Gefangenenlager in China, wo er bereits durch eine Inszenierung von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ erste schauspielerische Erfahrungen sammelte.

32

Der Schauspieler Dwight Frye würde am 22. Februar seinen 119. Geburtstag feiern, wurde aber leider schon im Alter von 44 Jahren abberufen. Gelernter Konzertpianist, spielte er lange Zeit am Broadway hauptsächlich komödiantische Rollen, bis ihm 1931 in Hollywood der Durchbruch gelang – mit einer Nebenrolle, die dann auch wie ein Fluch auf seiner restlichen Karriere …

29

Seit 2012 findet im Rahmen der Live-Audiokommentar-Reihe in der Raststätte unter dem Motto „Au Hurgebiet“ in Zusammenarbeit mit dem Blog „Aachener Untergrund Kultur“ jährlich ein Aachen-Special statt. Dabei werden verschiedenste Filmdokumente gezeigt, die im Zusammenhang mit der Kaiserstadt stehen, und live von Frank Rowenta und meiner Wenigkeit kommentiert. Bei der Auswahl werden besonders ältere Fundstücke berücksichtigt: So gab es bislang unter anderem Dokumentationen, Konzertmitschnitte (u. a. Aachener Pop Festival 1970, Sonic Youth), Kurzfilme (u. a. von Bruno Sukrow und Heiko Fischer) und private Super-8-Aufnahmen zu sehen, je obskurer und bizarrer, desto besser.

127

Wer meint, dass es seit der Auflösung von FLASH FUTURE in Aachen etwas leise geworden ist, was das Stoner-Rock-Genre betrifft, der braucht nicht weiter zu verzagen, denn drei Mitglieder dieser Kapelle haben nun etwas Neues am Start und sich dafür Verstärkung von zwei auch nicht eben Unbekannten aus der Aachener Szene geholt. Da die bisherigen Bandinfos keine Namen nennen, verzichte ich da jetzt auch mal drauf. Kurz vor Weihnachten erscheint jedenfalls diese Double-A-Side-Vinyl-Single, die allen Freunden von tiefergelegten Gitarren und wuchtigen Riffs die Herzen erwärmen dürfte.

321

Ich hätte eigentlich gedacht, zum Thema „Wurst“ mehr Horrorfilme auftischen zu können, aber diese variieren doch schon sehr in ihrer Fleischverarbeitung – von Katzenfutter in „The Corpse Grinders“ (1971) bis zu Sülze in „The Texas Chain Saw Massacre“ (1974). So ist denn meine Auswahl von Wurstfilmen etwas genreübergreifender geworden.

In „Prime Cut“ (Michael Ritchie, 1972) wird Lee Marvin im Auftrag des Chicagoer Mobs zu einem Hinterwäldler-Rancher und Schlachthausbesitzer (Gene Hackman) geschickt, um dessen Abgaben zu überprüfen. Er geht dabei durchaus vorsichtig vor, denn der letzte Ermittler wurde als Wurst zurückgeschickt. Feines düsteres 70s-Kino mit einigen groben Szenen und schmackhafter Besetzung, hieß auf Deutsch, warum auch immer, „Die Professionals“.

62

Wenn Film-Nerds über Schmuckstücke reden, meint diese Spezies meist irgendeine superlimitierte Special Edition, für die ein Heidengeld ausgegeben wurde. Eher wären freilich originale Movie-Props, die zuweilen für noch mehr Heidengeld versteigert werden, als Schmuckstücke zu bezeichnen. Viele davon existieren aber gar nicht mehr, wie es auf die drei folgenden Beispiele von unter besonderen Umständen entstandenen Monster-Designs wohl leider zutrifft.

31

Was Aachener Kneipen betrifft, könnte ich hier nur eine bemerkenswerte Sammlung von Filmrissen präsentieren, Filme über Kneipen generell gibt es selbstverständlich aber zahlreich und, nicht verwunderlich, viele davon kommen von den Britischen Inseln.

65

Seit 1988 ist das Underground in der Nähe des Bahnhofs Ehrenfeld ein zentraler Anlaufpunkt für Punk- und Indie-Konzerte in Köln gewesen, neben zahlreichen Geheimtipps konnte man hier auch Acts wie Green Day oder The Offspring noch im kleinen Rahmen sehen, bevor deren Karriere durchstartete. Am 15. September soll damit Schluss sein, denn das Gelände wurde an die Stadt Köln verkauft und soll abgerissen werden, um einer Schule Platz zu machen. Der frühere Plan, an dieser Stelle eine Shoppingmall zu errichten, konnte von engagierten Bürgern noch abgewehrt werden, doch nun sieht es düster aus.

84

Die wunderbare Filmwelt des Bruno Sukrow Bruno Sukrow wurde 1927 in Berlin geboren und lebte die meiste Zeit seines Lebens als Maschinenschlosser in Stolberg. Nach dem Tode seiner Frau begann er im Jahre 2010 mit dem iClone-Programm, dessen Figuren an „Second Life“ erinnern, animierte Filme am Computer herzustellen. Dabei ließ er sich von Pulp-Romanen und …

342

Das Thema „letzter Bus / letzte Haltestelle“ hat ja etwas vom metaphysischen Übergang in eine andere Welt, wiewohl es auch eine nur allzu reelle Panik vor dem Verpassen spiegelt, was mir schon des Öfteren passiert ist, vor allem auch bei Zügen. Auf Film bezogen, fielen mir dazu konkret erst einmal zwei Szenen ein und nicht direkt komplette Filme.

187

Als Filmland ist Finnland am ehesten durch die Werke der Kaurismäki-Brüder bekannt, wie aber in jeder Nation gibt es hier ein reichhaltiges Angebot jeglicher Genres zu entdecken. Regelmäßige Leser dieser Kolumne wissen, dass der Horrorfilm der alten Schule mein besonderes Steckenpferd ist, und so habe ich zwei Beispiele herausgepickt, die mit leichten Abweichungen dieser Gattung zuzuordnen sind.

261

In Deutschland war die am 3. Mai 2017 verstorbene Daliah Lavi hauptsächlich als Schlagersängerin bekannt, international machte sie aber auch Karriere als Schauspielerin. Dürften „Old Shatterhand“ (1964) und „Casino Royale“ (1967) ihre bekanntesten Filme sein, spielte sie in „Two Weeks in Another Town“ (1962) auch für Vincente Minnelli – an der Seite von Kirk Douglas, …

71

Das Aachener Filmblog Hard Sensations zeigt eine Auswahl aus den verschiedenen Sparten des Verleihs Drop-Out-Cinema. Als erster Film der Reihe läuft am 20.05. „Graceland“ in der Raststätte.

34

Am 12. April starb der japanische Regisseur, Videokünstler und Theoretiker Toshio Matsumoto im Alter von 85 Jahren. Ursprünglich ein Dokumentarfilmer, begann er bald, die Gattung mit Avantgarde-Elementen neu zu definieren, was er Neo-Dokumentarismus nannte und durch Erweiterung mit subjektiven Eindrücken ihren manipulativen Charakter zur Schau stellen sollte. Hauptsächlich auf dem Gebiet des experimentellen Kurzfilms aktiv, …

50

Das Verhältnis von DJs zum Publikum kann man durchaus als zuweilen gestört betrachten, wobei die merkwürdigen Musikwünsche mancher Nervbratzen hier durchaus eine Rolle spielen könnten. Anders bei dieser Veranstaltung der Aachener Sunnyboys Lazy, Manni und Carsten, die zum ersten Mal in der „Happy Family“ auf der Trierer Straße stattfand:

87

Das „Festival des Deutschen Psychotronischen Films“ wurde 1999 in Bochum gegründet und findet dieses Jahr bereits zum 19. Mal statt (05.-09.04.2017). Ziel der Macher ist es, eine neue Perspektive auf die mancherorts immer noch übel beleumundete deutsche Kinogeschichte zu ermöglichen: Dazu werden aus allen denkbaren Dekaden sowohl außergewöhnliche, meist vergessene „Ausreißer“ des Filmbetriebs ausgegraben als auch exemplarische Beispiele des deutschen Genre-Kinos wiederaufgeführt.

49